Holzdruckstock
Englisch: woodblock
Ein Holzblock, der als Druckform verwendet wird.
Holzdruckstock: zur Hand- oder Maschinendruckerei geschnittene Reliefoberfläche
Ein Holzdruckstock ist eine Holzplatte, typischerweise aus Hartholz wie Buchs, Kirsche oder Stechpalme, in die ein Bild als Relief geschnitzt ist. Die erhobenen Flächen nehmen Druckfarbe auf, während die geschnittenen Bereiche weiß bleiben. Der Stock selbst ist das Druckformular. Seit Jahrhunderten dienen Holzdruckstöcke als primäres Produktionswerkzeug sowohl in der künstlerischen Druckgrafik als auch in der kommerziellen Textreproduktion.
Die Holzmaserung und Dichte bestimmen die Einsatzbarkeit des Stocks. Buchs, bevorzugt für Feinarbeiten, ist extrem hart und feinporigig und ermöglicht Schnitte von bis zu 0,5 Millimetern Genauigkeit. Weichere Hölzer wie Kirsche oder Apfel lassen sich schneller bearbeiten, ergeben aber weniger haltbare Stöcke. Ein gepflegter Buchsstock kann Tausende Drucke liefern, während Weichholzstöcke schon nach hundert Drucken verfallen können. Hochkantgeschnittene Stöcke, die senkrecht zur Wuchsrichtung des Baumes geschnitten sind, splittern deutlich weniger als flachgeschnittene Platten.
Verfahren und Varianten
Der Stecher entfernt Holzbereiche mit Sticheln, Schöpfeln und Messern und lässt das Motiv erhaben stehen. Dies ist das Negativ des späteren Druckbildes. Industrielle Holzdruckstöcke für Text und einfache Grafiken wurden historisch auf die Schrifthöhe von 0,918 Zoll (23,3 Millimeter) justiert, um mit beweglichen Lettern auf dem gleichen Drucktisch zu funktionieren. In der künstlerischen Druckgrafik, besonders in japanischer und europäischer Tradition, wurden Stöcke von Hand mit Pinseln oder Lederkissen eingefärbt und der Druck durch Reiben des Papiers auf der eingefärbten Fläche oder durch eine Druckerpresse erzielt.
Der kommerzielle Holzdruckstockdruck ging mit dem Aufkommen der fotografischen Offsetdruckerei und des Stahlstichs im späten neunzehnten Jahrhundert zurück. Er bleibt aber bedeutsam in der künstlerischen Druckgrafik und wird weiterhin kommerziell beim Textildruck eingesetzt, wo Stöcke mit Farbpasten von Hand auf den Stoff gestempelt werden. Der Name ist aussagekräftig: ein aus Holz gefertigter Block, geschnitten zum Drucken.
Verschleiß entsteht durch jahreszeitliche Holzbewegungen, die zu Rissen und Verformungen führen; Feuchtigkeit fördert Fäulnis und Pilzwachstum; wiederholtes Einfärben und Druckdruck zerstören schließlich feine Details. Stöcke sollten flach in klimatisierter Umgebung gelagert und nach Gebrauch mit weichen Bürsten gereinigt werden, nicht mit aggressiven Lösungsmitteln.