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Bergbau und Gewinnung

Spinifex

Englisch: spinifex

Aus dendritischen Plättchen bestehend, die die gerillte Struktur von bündelförmigen, dornartigen Gebilden aufweisen, typisch für Komatiite.

Spinifex: die skelettartige Kristallstruktur von schnell erstarrtem ultramafischem Gestein

Spinifex-Textur tritt in Komatiiten und anderen ultramafischen Laven auf, die schnell genug erkalten, dass sich Olivin als dünne, nadelförmige Dendriten statt als grobe Körner ausbildet. Das Ergebnis sieht aus wie ein Bündel von Dornen oder skelettartigen Platten, die nach außen strahlen, oft mit einem charakteristischen Gitterlinien- oder Schraffurmuster auf geschliffenen Flächen. Diese Textur ist diagnostisch: Wenn du Spinifex siehst, betrachtest du ein Gestein, das aus einer Schmelze mit höherer Temperatur als gewöhnliches Basalt erstarrt ist, typischerweise über 1200 Grad Celsius.

Der Name stammt vom Spinifex-Gras der australischen Wüsten, das in einem ähnlichen, strahlenförmigen und stacheligen Muster wächst. Frühe Petrographen, die diese Gesteine erstmals in Komatiit-Formationen in Westaustralien beschrieben, erkannten die Ähnlichkeit und der Name blieb haften. In der Bergbauindustrie ist Spinifex-Textur ein wichtiger Feldindikator und ein Hinweis auf die thermische Geschichte des Gesteins.

Wo Spinifex im Bergbau relevant ist

Komatiite mit Spinifex-Textur beherbergen häufig Nickelsulfid-Lagerstätten, besonders in archaischen Grünsteingürteln. Die schnelle Abkühlung, die Spinifex erzeugt, tritt typischerweise in dünnen Lavaströmen oder an den oberen Rändern dickerer Ströme auf, und diese Zonen können Erzminerale konzentrieren. Geologen nutzen Spinifex als Textur-Marker, um vorherzusagen, wo Erzkörper wahrscheinlich vorkommen, und um die ursprüngliche Orientierung und Dicke mineralisierter Fließeinheiten zu verstehen.

Spinifex sollte von anderen nadelförmigen Kristallstrukturen unterschieden werden. Nadelförmiger (akikularer) Pyroxen kann ein ähnliches Aussehen erzeugen, aber Pyroxen-Kristalle sind üblicherweise gleichmäßiger und weniger verzweigt als echte dendritische Olivin-Spinifex. Unter dem Mikroskop machen der dendritische Charakter, die Zusammensetzung der beteiligten Minerale und die Art ihrer Verzahnung Spinifex unverwechselbar.

In Bohrkernen und Handstücken kann Spinifex je nach Schnittfläche relativ zum Kristallwachstum sehr unterschiedlich aussehen. Ein Schnitt senkrecht zu den Spine-Achsen zeigt das klassische Strahlenmuster; ein paralleler Schnitt zeigt hauptsächlich lineare Striationen. Diese Anisotropie im Aussehen hat schon Geologen überrascht, die neu in Komatiit-Terrains arbeiten, daher ist die Orientierung des Kerns oder des Handstücks wichtig, wenn du die Textur bestätigen möchtest.

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