Sprühablass
Englisch: spray drain
Ein abflusssystem aus unter der erde verlegten ästen oder kleinen zweigen von bäumen, die durchgänge offenhalten.
Reisigdrain: vergrabene Äste, die Wasser durch den Boden leiten
Ein Reisigdrain ist ein landwirtschaftliches Verfahren zur unterirdischen Drainage, bei dem kleine Äste, Zweige oder anderes Holzmaterial in einen Graben gelegt und dann mit Erde überdeckt werden. Die unregelmäßige Form und der Abstand dieser Materialien erzeugen durchgehende Luftspalten und Kanäle, die Wasser ermöglichen, nach unten und seitwärts durch den gefüllten Graben zu versickern und wirken dabei als durchlässige Leitung für die Grundwasserbewegung. Die Äste selbst zersetzen sich nicht schnell genug, um während der typischen Lebensdauer des Drainagesystems einzustürzen, die normalerweise in Jahrzehnten gemessen wird.
Diese Methode war im 19. und frühen 20. Jahrhundert verbreitet, besonders in der britischen Landwirtschaft, da sie keine industriellen Materialien erforderte und Altholz aus Heckenwerken, Baumschnitt oder Landräumung nutzen konnte. Die Äste haben normalerweise einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimetern und werden locker verlegt, oft in einem Kreuzmuster, um den Hohlraum zu maximieren. Eine Schicht Stroh oder grobes Material wird manchmal über den Ästen angebracht, um zu verhindern, dass feine Bodenteile eindringen und den Drainageweg blockieren.
Einschränkungen und moderne Praxis
Reisigdrains funktionieren zufriedenstellend in Sand- oder Kiesböden, wo Wasser natürlicherweise gut ablauft, sind aber unzuverlässig in tonhaltigem Untergrund, wo der umgebende Boden wenig durchlässig ist. Das Verfahren ist arbeitsintensiv und schwer zu überprüfen oder zu reparieren, wenn es erst vergraben ist. Die Zersetzung des Holzes, obwohl langsam, reduziert schließlich die für die Wasserbewegung verfügbaren Hohlräume und verkürzt die Lebensdauer im Vergleich zu starren Rohrsystemen.
Heute sind Reisigdrains in der kommerziellen Landwirtschaft weitgehend überholt, ersetzt durch gelochte Kunststoffrohrе und konstruierte, kiesgefüllte Systeme, die vorhersehbare Leistung und Haltbarkeit bieten. Das Prinzip bleibt jedoch in kostengünstigen, wenig technisierten ländlichen Kontexten relevant, wo industrielle Drainagematerialien nicht verfügbar oder nicht erschwinglich sind. Der Begriff selbst hält sich in älteren landwirtschaftlichen Texten und regionaler Vermessungsterminie, besonders in Teilen Nordeuropas, wo das Verfahren weit verbreitet war.