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Forst und Holz

Kerze

Englisch: candle

Schnell wachsender, hellgefärbter Trieb einer Kiefer, der im Frühling aufwärts wächst; mit verlangsamtem Wachstum im Sommer verfärbt sich der Trieb dunkler und wird weniger auffällig.

Kerze: der Frühjahrsflor neuer Kieferntriebbürste

Im Frühjahr bilden Kiefern einen charakteristischen Schub hellen, aufrechten Wachstums aus, den man Kerze nennt. Dies ist der neue Trieb aus der Endknospe, üblicherweise hellgrün oder cremefarben und weichlich strukturiert, der sich mehrere Zentimeter aufwärts erstreckt, bevor er verholzt. Die Bezeichnung rührt von der visuellen Ähnlichkeit mit einer Kerzenflamme her, und der Begriff wird in der Forstwirtschaft in gemäßigten und borealen Regionen überall dort verwendet, wo Kiefern angebaut oder bewirtschaftet werden.

Kerzen erscheinen, wenn die Wachstumshormone des Baumes nach der Winterruhe aktiviert werden, normalerweise in einem engen Zeitfenster von zwei bis vier Wochen je nach Art und Breitengrad. Weißkiefernkerzen können in einem einzelnen Flor 15 bis 30 cm erreichen, während Rotkiefern üblicherweise 10 bis 20 cm produzieren. Der Trieb ist in diesem Stadium zart und anfällig, bestehend aus Nadelvorläufern, die in Knospenschuppen eingehüllt sind und sich während der Längung entfalten.

Bis Hochsommer verholzt die Kerze, die Nadeln strecken sich vollständig und färben sich dunkelgrün ein, und der Trieb wird unauffällig. Diese Umwandlung kennzeichnet das Ende der Hauptwachstumssaison für den Trieb dieses Jahres. Einige Kiefern, besonders unter Stress oder in südlichen Verbreitungsgebieten, können später in der Saison einen zweiten Kerzenschub bilden, wobei dieser schwächer ausfällt als der erste.

Anwendung in der forstwirtschaftlichen Praxis

Forstleute überwachen Kerzen als Indikator für Baumvitalität und Wuchsbedingungen. Gesunde, wuchskräftige Bäume bilden lange, volle Kerzen; Trockenstress, Frostschäden oder Schädlingsdruck führen zu kurzen, lückenhaften oder fehlenden Kerzen. Schäden an Kerzen durch Spätfrost, Rehverbiss oder Insekten wie Kiefernrüssler können die Baumform dauerhaft beeinträchtigen, weshalb die Kerzenbeurteilung in der Jungbestandsbehandlung und Samenplantagen-Bewirtschaftung entscheidend ist.

Der Begriff kommt in Schnitthölzerqualitätsklassifizierungen, Artbestimmungsleitfäden und operativen Forstnotizen vor. Er wird am häufigsten diskutiert, wenn es um zwei- und fünfnadelige Kiefernarten in Nordamerika geht, obwohl das Phänomen bei den meisten gemäßigten und borealen Kiefern auftritt.

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