absegelnd fahren
Englisch: stand out
In einer Richtung von der Küste weg segeln.
auslaufen: seewärts segeln, weg vom Land
Auslaufen bedeutet, von der Küste oder aus dem Hafen zu segeln und das Schiff in offenes Wasser zu bringen. Der Befehl ergibt sich aus der Wind- und Tidenhandhabe: Ein Schiff kann einen engen Hafen oder Ankerplatz nicht in Richtung Küste verlassen, sondern muss den Bug seewärts richten und Abstand vom Land gewinnen. Der Begriff erscheint in Navigationsanweisungen, Hafenhandbüchern und Wachprotokollen überall dort, wo Schiffe in Küstengewässern unterwegs sind.
Das Manöver hängt ganz von der Windrichtung und dem verfügbaren Seeraum ab. Ein Schiff, das von einem Ankerplatz ausläuft, kann unter Motor fahren, um Fahrt zu halten, oder kann segeln, wenn der Wind einen Abgang ohne Halsen in flacheres Wasser erlaubt. Hafenmeister geben Auslaufefehl mit bestimmten Kompasskursen und Wegpunkten. Das Manöver ist abgeschlossen, sobald das Schiff die Hafeneinfahrtslinie überquert oder tieferes Wasser erreicht, üblicherweise markiert durch bestimmte Breiten- und Längengradkoordinaten oder Landmarken.
Auslaufen gegenüber Einlaufen
Das entgegengesetzte Manöver, Einlaufen, bedeutet in Richtung Küste oder in einen Hafen zu segeln. Beide Begriffe erscheinen in denselben Wachbefehlen und Fahrtunterlagen, daher ist Verwechslung bei denen üblich, die Küstenlotsung nicht kennen. Einlaufen erfordert die gleiche Aufmerksamkeit auf Tiefe, Wetter und Seegangsbedingungen, nur in umgekehrter Richtung. Ein Schiff kann bei Sonnenaufgang auslaufen und bei Sonnenuntergang einlaufen und so in Küstengewässern einen vollständigen Zyklus aus Abfahrt und Rückkehr absolvieren.
Wetter und Tide sind die entscheidenden Variablen. Ein Schiff, das gegen Wind und Strom ausläuft, verbraucht Treibstoff oder benötigt mehr Segelfläche, um voranzukommen; Auslaufen bei günstigen Bedingungen ermöglicht es einem Schiff, die Küste schnell zu räumen mit weniger Belastung für Maschinen oder Besatzung. Lotsen in engen Häfen wie Singapur, Rotterdam oder New York koordinieren regelmäßig Auslaufsequenzen für mehrere Schiffe und timen jeden Abgang, um Kollisionen zu verhindern und sichere Abstände zu halten.
Der Begriff selbst stammt aus der physischen Aktion des Schiffskurses: Es läuft vom Land aus, bewegt sich weg, als würde es sich abstoßen. Er ist seit Jahrhunderten Teil der Schifffahrtssprache und bleibt in der Fachkommunikation eindeutig. Moderne elektronische Kartensysteme zeigen Auslaufrouten jetzt als vorher geplante Tracks an, aber die zugrunde liegende Seemannschaft, Wind, Tide, Wassertiefe und Hafenregeln zu kennen, bleibt unverändert.