Stahlkonstruktion
Englisch: steelwork
Alle Stahlkomponenten einer Konstruktion.
Stahlbau: das tragende Skelett eines Gebäudes
Stahlbau umfasst die Stahlkonstruktionselemente, die das primäre Traggerüst eines Gebäudes oder einer Brücke bilden. Sie werden typischerweise aus warmgewalzten Profilen, Blechen und Hohlprofilen hergestellt und dann vor Ort verschraubt oder geschweißt. Der Stahlbau trägt vertikale Lasten von Geschossen, Dächern und Verkleidungen zu den Fundamenten und widersteht horizontalen Kräften aus Wind und Erdbeben. Der Stahlbau wird normalerweise abgeschlossen, bevor andere Gewerke ihre Arbeiten beginnen, wodurch er zum kritischen Weg in den meisten gewerblichen und industriellen Bauprogrammen wird.
Die Hauptkomponenten sind Stützen (vertikale Elemente), Träger (horizontale Spannelemente), Aussteifungen (diagonale Elemente, die Seitenkräfte aufnehmen) und Verbindungen (verschraubte oder geschweißte Anschlüsse). Gängige Profile umfassen Universal Beams (UBs), Universal Columns (UCs) und Hollow Structural Sections (HSS) in runden, rechteckigen oder quadratischen Profilen. Die Wahl des Profils hängt von Spannweite, Last und architektonischen Anforderungen ab. Stahlgüten liegen typischerweise zwischen 250 MPa und 450 MPa Streckgrenze, wobei S275 und S355 die häufigsten britischen Güten sind.
Die Fertigung erfolgt in einem Stahlwerk oder einer spezialisierten Werkstatt, wo Profile geschnitten, gebohrt und nach Werkzeichnungen geschweißt werden. Die Elemente werden dann zur Baustelle geliefert, anhand der Montagepläne überprüft und von geschultem Personal mit Mobilkränen errichtet. Temporäre Abstützungen stützen das Gerüst, bis ausreichend Verbindungen hergestellt und Betongeschosse gegossen und ausgehärtet sind. Schraubenlöcher werden mit Markierungslinien gekennzeichnet, und Schrauben werden von der Mitte nach außen progressiv angezogen, um eine gleichmäßige Auflage zu gewährleisten.
Häufige Mängel und Einschränkungen
Schiefe Stützen, fehlende Schrauben, unzureichende provisorische Abstützung und Korrosion durch Stauwasser oder Salzsprühnebel sind häufige Baustellenprobleme. Stahlbautoleranzen sind enger als bei anderen Gewerken, typischerweise ±20 mm über 10 Meter, sodass schlechte Positionierung die nachgelagerte Installation von Verkleidungen und Trennwänden beeinträchtigt. Anschlussdetailfehler, unzureichende Schweißqualität und Schrautenrutschung unter Last haben in der Vergangenheit zu Einstürzen geführt, daher ist eine rigorose Inspektion während und nach der Montage erforderlich.
Der Begriff Stahlbau unterscheidet Stahlkonstruktionen von Stahlbeton und Mauerwerk; er ist auch von Leichtrahmen (kaltgeformte Profile) und Stahlverkleidung verschieden. Bei Stahlrahmenbauwerken ist der Stahlbau normalerweise unfertig und in der endgültigen Struktur unsichtbar, verborgen hinter Beton, Mauerwerk, Gipskarton oder anderen Materialien. Brandschutz, entweder durch Ummantelung oder Brandschutzbeschichtung, ist in Gebäuden mit Nutzung immer erforderlich.