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Bauwesen

Flaschenhaus

Englisch: bottle house

Bauwerk, oft Volkskunst oder ökologische Wohnstätte, hauptsächlich aus Glas- oder Kunststoffflaschen gebaut, die mit Mörtel oder anderen Materialien verbunden sind.

Flaschenhaus: Altglas als Füllmaterial

Ein Flaschenhaus ist eine Konstruktion, bei der alte Glas- oder Kunststoffflaschen in Mörtel eingebettet werden und so die Wände bilden. Die Flaschen werden horizontal oder vertikal in Schichten verlegt, wobei ihre Böden und Hälse ein Gitterwerk bilden, das anschließend mit Mörtel oder Zementleim verfüllt wird. Die resultierende Wand ist je nach Flaschendurchmesser und Mörtelbelag etwa 30 bis 45 Zentimeter stark. Die Flaschen selbst tragen keine strukturelle Last; der Mörtel trägt das Gewicht. Dies ist keine Technik für tragende Konstruktionen, sondern eher eine Strategie für Wärmespeicherung und Abfallvermeidung.

Glasflaschen sind als Konstruktionsmaterial ungeeignet, da Glas spröde ist und praktisch keine Zugfestigkeit aufweist. Klares oder gefärbtes Glas lässt auch Licht durch die Wand dringen, was bei nichttragenden Trennwänden oder Schuppen nützlich sein kann, aber in Wohnräumen zu Wärmebrücken und Blendung führt. Einige Handwerker verwenden undurchsichtige oder angestrichene Flaschen, um die Lichttransmission zu begrenzen. Kunststoffflaschen, die gelegentlich als Ersatz verwendet werden, bauen sich unter UV-Strahlung ab und bieten noch weniger strukturelle Integrität, sind aber leichter und einfacher zu handhaben.

Bauvorschriften und praktische Grenzen

Flächenhäuser haben in modernen Bauvorschriften keine anerkannte Tragfähigkeit. Sie können nicht für äußere tragende Wände oder andere Elemente verwendet werden, die Boden- oder Dachlasten tragen. In Regionen, in denen sie überhaupt zulässig sind, beschränken sich die Anwendungen auf Ausfachungen, Trennwände oder nichtragende Verblendungen. Das Verfahren ist arbeitsintensiv, da Flaschen gesammelt, gereinigt, nach Größe sortiert und einzeln verlegt werden müssen. Der Mörtel muss jede Flasche vollständig einkapseln, um Feuchteinfiltration und Delaminierung zu verhindern. Bleiben Hohlräume, dringt Feuchtigkeit ein, staut sich auf und verursacht in kalten Klimazonen Frost-Tau-Schäden.

Der Begriff "Flaschenhaus" wurde in den frühen 2000er-Jahren zusammen mit der breiteren Bewegung zu nachhaltigem Bauen und Salvage-Architektur populär gemacht, obwohl die Praxis selbst viel älter ist. Landgemeinden in heißen, trockenen Regionen (Teile des amerikanischen Südwestens, Nordafrika und des Nahen Ostens) verwenden Flaschen seit über einem Jahrhundert in Lehm- und Kalkmortel, hauptsächlich als kostengünstige Nutzung verworfener Behälter. Die Tragfähigkeit ist schwach, aber in einstöckigen, windschwachen und frostfreien Umgebungen ist das Risiko bei guter Mörtelverwaltung beherrschbar.

Die Wärmeleistung ist bescheiden. Eine flaschengeflullte Wand hat einen niedrigeren U-Wert als Hohlsteine, aber höher als massives Mauerwerk, da die Flaschen selbst schlechte Dämmstoffe sind und Wärmespeicherung ohne Dämmwert bieten. Wassereintritt ist der primäre Fehlermechanismus: Glas nimmt kein Wasser auf, aber Mörtel tut es, und sobald Sättigung eintritt, verliert die Wand an Festigkeit und wird anfällig für Risse und Abplatzungen in Frost-Tau-Zyklen. Flächenhäuser erfordern sorgfältige Abdichtung auf der Außenseite und Belüftung der Wandkavität, falls vorhanden. Sie funktionieren besser als Kuriosität oder provisorische Strukturen als als ständige Wohnungen in feuchten oder kalten Klimazonen.

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