Steinmulchen
Englisch: stone mulching
Die Praxis, Pflanzenwurzeln mit Steinen wie bei einer Mulchschicht zu bedecken.
Steinmulch: Wärmeregelung und Feuchtigkeitskontrolle mit Steinen
Steinmulch ist das Aufbringen von Steinen, Kies oder Schiefersplittern um die Pflanzenbasis herum, um die Bodentemperatur zu regulieren und die Feuchtigkeitsspeicherung zu verbessern. Im Gegensatz zu organischen Mulchstoffen wie Rinde oder Stroh zersetzt sich Stein nicht und bildet eine dauerhafte oder halbdauernde Bodendeckschicht, in der Regel 2 bis 4 Zoll tief. Die Steine liegen direkt auf freiem Boden oder auf Landschaftsvlies und schaffen so eine Barriere zwischen Erde und Luft.
Die Hauptaufgabe ist die Wärmeregelung. In kühlen Klimazonen absorbieren und strahlen helle Steine wie Kalkstein oder weißer Kies die Sonnenwärme ab, erwärmen tagsüber die Wurzelzone und geben sie nachts langsam wieder ab. Dunkle Steine wie Basaltsplitter erfüllen in sehr heißen Regionen die umgekehrte Funktion, reflektieren einen Teil der eingehenden Strahlung und halten den Boden kühler. Stein reduziert auch die Wasserverdunstung von der Bodenoberfläche, weshalb er in ariden Regionen nützlich bleibt, wo organischer Mulch schnell zersetzt würde oder dessen jährlicher Austausch wirtschaftlich nicht tragbar ist.
Materialien und Verlegung
Häufige Materialien sind Flusskies (glatt, 1 bis 3 Zoll Durchmesser), Perlkies (gerundet, 0,5 bis 1 Zoll), zerkleinerter Granit, Schieferfragmente und recycelter Betonbruch. Der Stein wird auf gereinigtem, ebenen Boden aufgebracht, manchmal mit einer Unkrautschutzfolie darunter, um zu verhindern, dass sich Steine im Laufe der Zeit mit dem Boden vermischen. Das Vlies verlangsamt auch die kapillare Benetzung, die auftreten kann, wenn freier Boden direkt auf Stein trifft.
Steinmulch hat Vor- und Nachteile. Er bereichert den Boden nicht wie zersetzende organische Substanz und kann das Jäten von Hand erschweren. In Regionen mit starkem Regen können Steine zu Feuchtigkeitssammlern werden, die Pilzwachstum um die Basen von Gehölzen fördern. Steine speichern Wärme auch übermäßig in gemäßigten Klimazonen, wo Pflanzen von einer kühleren Ruhephase profitieren. Die Instandhaltung besteht in gelegentlichem Harken, um Verdichtung zu verhindern, und in der Beseitigung von Verschmutzungen, die sich zwischen den Steinen ansammeln.
Steinmulch ist Standard in der Xeriscaping-Gestaltung, in Mittelmeer-Gärten und um Stiftungsbepflanzungen in gewerblichen Landschaften. Er wird auch in kommerziellen Baumschulen verwendet, wo die Dauerhaftigkeit wichtiger ist als die Bodenverbesserung, und in alpinen Gärten, wo organische Substanz knapp ist und Stein die natürliche Umgebung widerspiegelt.