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Landtechnik

Stubben

Englisch: stool

Eine Pflanze, die bis dicht über dem Boden zurückgeschnitten wird, so dass sie einem Stuhl ähnelt, um neues Wachstum zu fördern.

Stockausschlag: durchwachsene Pflanzenbasis, die nach dem Schnitt mehrere Triebe treibt

Ein Stockausschlag ist der unterirdische Stammteil einer verholzten oder krautigen Pflanze, der nach dem Absägen des Hauptstammes dicht über der Bodenoberfläche lebendig bleibt. Statt völlig abzusterben, treibt der Stock aus schlafenden Augen im verbleibenden Stammgewebe und in der Wurzelkrone mehrere neue Triebe. Diese Regeneration erzeugt eine charakteristische verzweigte Form, die den Beinen eines dreibeinigen oder vierbeinigen Hockers ähnelt, worauf der Name zurückgeht.

Niederwald- und Kopfholzwirtschaft sind die Hauptpraktiken, die sich auf die Bildung von Stockausschlägen stützen. Beim Niederwald werden Laubhölzer wie Hasel, Esche und Eiche auf einer Umtriebszeit von 5 bis 20 Jahren, je nach Art und Verwendung, in Bodenhöhe geschnitten. Der Stock kann aus einem Schnittdurchgang 5 bis 15 neue Stämme hervorbringen. Kopfholzwirtschaft folgt dem gleichen Prinzip, aber der erste Schnitt erfolgt höher am Stamm, üblicherweise 2 bis 3 Meter über dem Boden, und erzeugt eine erhöhte Krone, die wiederaustreißt. Beide Verfahren werden seit Jahrhunderten genutzt, um Holz, Brennholz und Stangen zu ernten, ohne nachzupflanzen.

Die Produktivität und Lebensdauer eines Stocks hängen stark von Artenwahl und Standortbedingungen ab. Wüchsige Arten wie Weide können jahrzehnte- oder sogar jahrhundertelang alljährlich aus demselben Stock genutzt werden. Staunässe, Frostaufbruch, Krankheitsdruck oder Verbissschäden können Stocks absterben lassen oder deren Wuchskraft verringern. Ein gesunder Stock, dem man freien Aufwuchs erlaubt, wird sich schließlich wieder zur Einschafts- oder Mehrschaftsform entwickeln, wenn nicht erneut geschnitten wird.

In der modernen Forstwirtschaft wird das Ausschlagsholz manchmal als Nachteil betrachtet, weil es mehrere Stämme statt des bevorzugten einzelnen geraden Schaftes für Schnittholz erzeugt. Allerdings bleibt die Niederwaldwirtschaft wirtschaftlich interessant für die Biomasseproduktion, besonders bei Kurzumtriebsplantagen mit Weide oder Pappelklonen, die alle 3 bis 5 Jahre geerntet werden. Die Fähigkeit des Stocks zur Regeneration ohne Neuanzucht senkt die Begründungskosten und Bodenverletzungen im Vergleich zur Neupflanzung aus Samen oder Pflanzgut.

Stockdurchmesser und Wuchskraft nehmen üblicherweise über aufeinanderfolgende Schnittzyklen ab, wenn die Pflanze altert oder der Stock bei der Ernte beschädigt wurde. Wiederholte Schnittzyklen können einen Stock schließlich erschöpfen, was bewusste Entscheidungen erfordert, ob man eine Verjüngung durch längere Ruhezeit zulässt, niedrigere Erträge akzeptiert oder den Stock räumt und neu begründet. Staunässe, Wurzelkrankheiten und mechanische Beschädigungen beim Schnitt oder der Holzabfuhr sind häufige Ursachen für das Absterben von Stocks in kommerziellen Systemen.

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