Ständer
Englisch: stud
Ein senkrechter Pfosten, insbesondere eine der kleinen aufrechten Streben im Ständerwerk für Leisten- und Gipskartonwände sowie Vorsatzschalen, auf denen die Leisten befestigt werden.
Ständer: Das Skelett einer Wand vor der Fertigstellung
Ein Ständer ist ein vertikales Holz- oder Metallprofil, das das primäre Tragwerk in Wänden, Trennwänden und Vorsatzschalen bildet. Im Wohnungs- und leichten Gewerbebau sind Ständer die tragenden oder nicht tragenden Pfosten, die in regelmäßigen Abständen, üblicherweise 40 oder 60 cm, angeordnet sind und das Gerüst bilden, an dem Latten, Gipskartonplatten, Schalung oder andere Abschlüsse befestigt werden.
Holzständer im Wohnbereich sind meist 5 x 10 cm starkes Bauholz (tatsächliche Größe etwa 3,8 x 8,9 cm), wobei 5 x 15 cm Ständer verwendet werden, wenn mehr Tiefe für Dämmung oder technische Systeme erforderlich ist. Metallständer aus kaltgeformtem verzinktem Stahl haben eine Stärke von 25 oder 20 und Breiten von 4, 6,4, 9,2 und 15 cm. Metallständer bieten Brandschutz und Maßstabilität, erfordern aber andere Befestigungsmethoden und Werkzeuge als Holz.
Anordnung und Lastwege
Ständer laufen vertikal von einer Bodenplatte zu einer oberen Platte oder Doppelplatte und bilden eine Reihe von Säulen, die Lasten nach unten übertragen. In einer typischen Wand teilen sich die Ständer den Platz mit anderen Tragelementen: König-Ständer an Tür- und Fensteröffnungen tragen konzentrierte Lasten über Sturze, während Zwischen-Ständer nur von der Bodenplatte bis zur halben Höhe laufen, um diese Sturze zu stützen. Eck-Ständer sind doppelt oder dreifach angeordnet, um Befestigungsflächen für sich kreuzende Wände und Abschlüsse im rechten Winkel zu schaffen.
Der Abstand zwischen den Ständern beeinflusst die Dicke und die Kosten der Abschlüsse direkt. Latten benötigten traditionell 40 cm Abstand, um Durchbiegungen zu vermeiden; Gipskartonplatten können bei 60 cm Abstand überbrückt werden, wenn 12,5 mm Dicke verwendet wird, oder bei 40 cm, wenn dünnere 9,5 mm Platten gewählt werden. Größere Abstände reduzieren Arbeitszeit und Material, erfordern aber steifere Abschlüsse und erhöhen das Durchbiegungsrisiko langfristig.
Probleme entstehen, wenn Ständer sich verziehen, verwölben oder durchbiegen, nachdem sie eingebaut wurden, und dabei Befestigungen lockern und zu Nagelpops und Rissen in Putz oder Spachtelmasse führen. Grünes Holz mit hohem Feuchtegehalt neigt besonders zu Schwund und Bewegung. Ständer müssen auf der Baustelle trocken gehalten und vor Wasserschäden während des Baus geschützt werden. Bei Außenwänden sind Feuchtigkeitssperren und ausreichende Belüftung zwischen Ständern und Schalung entscheidend, um Fäulnis zu vermeiden, besonders bei Bodenplatten, wo sich Wasser ansammeln kann.