Einreichung
Englisch: submittal
Unterlagen zu einem Produkt, etwa Werkstattzeichnungen, Materialdatenblätter oder Muster.
Freigabeanforderung: Nachweis, dass ein Produkt die Spezifikation erfüllt
Eine Freigabeanforderung ist ein Paket aus technischer Dokumentation, das ein Auftragnehmer oder Lieferant dem Architekten, Ingenieur oder Projektmanager zur Genehmigung vor dem Einbau oder der Verarbeitung eines Produkts in die Arbeiten einreicht. Sie belegt, dass das vorgeschlagene Produkt oder Verfahren den Spezifikationen in den Vertragsdokumenten entspricht. Freigabeanforderungen sind nicht optional; auf den meisten Baustellen ab einer bestimmten Größe oder Komplexität sind sie eine vertragliche Pflicht.
Der Inhalt einer Freigabeanforderung variiert je nach Gewerk und Produkttyp. Bei einer Stahlkonstruktionsverbindung könnten es Werkstattzeugnisse mit Schraubengrößen, Schweißdetails und Toleranzen sein. Bei einem Fenstersystem könnten es Leistungsdatenblätter, Materialzertifikate, Farbmuster und Einbauabläufe sein. Bei einer mechanischen Anlage enthält sie typischerweise Datenblätter mit Betriebsparametern, Abmessungen, Stromanforderungen und eventuellen Sonderhandhabungshinweisen. Der Architekt oder Ingenieur prüft jede Freigabeanforderung auf Übereinstimmung mit dem Entwurfskonzept und den Bauvorschriften. Anschließend wird sie entweder genehmigt, unter Bedingungen genehmigt oder abgelehnt mit Aufforderung zur Neueinreichung.
Freigabeanforderungen schaffen eine Dokumentationsspur. Nach der Genehmigung werden sie Teil der Vertragsunterlagen und definieren genau, was eingebaut wurde. Dies schützt sowohl den Auftragnehmer als auch den Bauherrn. Falls ein Produkt fehlerhaft ist und ein Streit entsteht, zeigt die Freigabeanforderung, was verwendet werden sollte. Umgekehrt haftet der Auftragnehmer für die Abweichung, wenn er etwas anderes als das Genehmigte eingebaut hat.
Häufige Probleme und zeitliche Aspekte
Verzögerungen bei der Überprüfung von Freigabeanforderungen sind eine der häufigsten Ursachen für Zeitverzug bei Bauprojekten. Ein Auftragnehmer kann Teile mit langer Lieferzeit nicht bestellen oder zum nächsten Gewerk übergehen, bis die Freigabeanforderungen genehmigt sind. Neueinreichungen wegen unvollständiger oder fehlerhafter Dokumentation verschärfen das Problem. Best Practice ist frühzeitig einreichen, alle geforderten Informationen beilegen und eine Person mit der Verfolgung des Genehmigungsstatus beauftragen. Der Überprüfungsprozess dauert normalerweise eine bis drei Wochen, abhängig von der Auslastung der prüfenden Person und der Produktkomplexität.
Der Begriff leitet sich vom englischen Wort submit ab, was bedeutet, zur Beurteilung oder Genehmigung vorlegen. In der Bauwirtschaft ist er in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in den Standardgebrauch eingegangen, als Projekte technisch anspruchsvoller und die Haftung klarer definiert wurden. Heute sind Freigabeanforderungen in den Allgemeinen Bedingungen fast jedes Vertrags festgeschrieben und werden über formale Listen verwaltet, die dokumentieren, was eingereicht wurde, wann, von wem und welche Maßnahme ergriffen wurde.