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Bahntechnik

Rangierlok

Englisch: switcher

Eine Eisenbahnlokomotive, die zum Rangieren (Shunten) verwendet wird.

Rangierlok: leichte Lokomotive für Kopplungsarbeiten im Rangierbetrieb

Eine Rangierlok ist eine Eisenbahnlokomotive, die speziell für Rangierarbeiten in Bahnhöfen, Nebengleisen und Industriespuren gebaut wird. Anders als Streckenlokomotiven konzentrieren sich Rangiermaschinen auf niedrige Geschwindigkeit, enge Wendigkeit und hohe Zugkraft statt auf Geschwindigkeit und Reichweite. Sie verbringen ihr Arbeitsleben damit, Wagen zu kuppeln und zu entkuppeln, Zugeinheiten zusammenzustellen und Rollmaterial zum Be- und Entladen oder zur Übergabe an Streckenzüge zu positionieren.

Rangiermaschinen sind üblicherweise klein gegenüber Streckenlokomotiven und wiegen 25 bis 60 Tonnen bei einer Leistung von 300 bis 1.200 PS. Sie nutzen Diesel-Elektro-, Diesel-Hydraulik- oder gelegentlich Elektroantrieb. Der Radstand ist kurz, gewöhnlich 12 bis 16 Fuß, was die Befahrung von Gleiskurven und beengten Rangierflächen ermöglicht. Die Führerstand ist oft hoch montiert und nach hinten versetzt, um die Sicht nach vorne über die Lokfront zu verbessern, entscheidend bei der Arbeit in vollgestellten Rangierbahnhöfen. Viele Rangiermaschinen verfügen nicht über die stromlinienförmige Gestaltung und Fernverkehrsausstattung von Personen- oder Güterstreckenmaschinen.

Zugkraft hat für diese Aufgabe Vorrang vor Geschwindigkeit. Eine Rangierlok kann bei Anfahrt 50.000 bis 70.000 Pfund Zugkraft abgeben, verglichen mit 30.000 bis 40.000 bei einer größeren Streckenmaschine. Die Übersetzung ist tief gewählt und begrenzt die Höchstgeschwindigkeit auf 50 oder 60 Meilen pro Stunde, manchmal weniger. Der Lokführer nutzt elektrische und Druckluftbremse ständig und braucht starke Kontrollinformation. Führerstände von Rangiermaschinen sind funktional eingerichtet, mit mehreren Gasstellungen, Bremsventilhebeln und Fenstern zur Beobachtung von Wagenbewegungen und Kupplungsindikatoren.

Häufige Verschleiß- und Ausfallarten

Rangiermaschinen erfahren konzentrierten Verschleiß an Kupplungen, Stoßapparaten und Drehgestellen durch wiederholte Beschleunigungen und Verzögerungen. Flattern auf den Rädern entsteht schnell bei hoher Zugkraft bei Anfahrt aus dem Stillstand. Druckluftbremssysteme müssen dauernd arbeiten; Ventilverschleiß und Schlauchermüdung sind häufig. Der kurze Radstand kann bei moderater Geschwindigkeit auf geraden Strecken zu Schlangenlinien führen, falls die Federungsdämpfung verschlissen ist. Diesel-Elektro-Maschinen ertragen hohe Strombelastung in den Fahrmotoren während schwerer Kopplungsarbeiten.

Der Begriff "Rangierlok" leitet sich vom englischen Verb to switch ab, das bedeutet, Wagen auf ein anderes Gleis oder in eine andere Zugeinheit zu lenken. In der nordamerikanischen Eisenbahnsprache ist "switching" das bevorzugte Wort für Rangierarbeiten; europäische Eisenbahnen verwenden "Rangierlok" für vergleichbare Maschinen. Eine einzelne Rangierlok kann 200 bis 500 Wagenbewegungen in einer Schicht durchführen, daher sind Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit genauso wichtig wie Leistung. Viele Eisenbahnunternehmen betreiben Flotten mit über 100 Rangiermaschinen für tägliche Rangierarbeiten, während kleinere Bahnen und Industriebetriebe üblicherweise eine oder zwei zum Abwickeln ihres Aufkommens einsetzen.

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