Teatuch
Englisch: tea-wrap
Ein von Frauen während der Teestunde getragenes Schultertuch oder Umhängetuch
Tea-Wrap: ein drapierter Schal für Wärmeschutz und Förmlichkeit in Innenräumen
Ein Tea-Wrap ist ein leichter Schal, typischerweise rechteckig oder halbkreisförmig, den Frauen in der späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert in Innenräumen trugen. Im Gegensatz zu einem schweren Outdoor-Wrap diente er dem praktischen Zweck, in schlecht beheizten Zimmern zusätzliche Wärme zu spenden und gleichzeitig das für gesellschaftliche Anlässe erforderliche formale Aussehen zu wahren, besonders bei Nachmittagstee-Treffen. Das Kleidungsstück wurde locker über Schultern und Oberarme drapiert, wobei Hände und Vorderseite des Kleides sichtbar blieben.
Tea-Wraps wurden aus feinen, oft durchscheinenden Materialien hergestellt: Seide, Seidengemische, leichte Wolle oder Baumwollvoile. Sie reichten von schlicht bis aufwändig verziert, wobei Stickereien, Spitzeneinsätze, Fransen oder Quastenborte bei formelleren Versionen üblich waren. Die Drapierung selbst war Teil des Designs; Hersteller schnitten sie mit bestimmten Fadenlaufrichtungen und Gewichten, um spezifische Silhouetten zu erzielen. Einige waren gefüttert, andere waren einlagig mit fertig verarbeiteten Kanten.
Unterscheidung von verwandten Kleidungsstücken
Der Tea-Wrap nahm eine spezifische Nische zwischen Outdoor-Wraps und Innenschals ein. Er war leichter und zierlicher als ein Winterschal oder ein Abend-Wrap für den Außenbereich, aber strukturierter als ein dekoratives Schulterstück. Dies machte ihn geeignet für die Temperaturschwankungen und sozialen Gepflogenheiten in viktorianischen und edwardischen Wohnräumen, wo Frauen zwischen Räumen unterschiedlicher Wärmung wechselten und angemessen gekleidet wirken mussten, um Gäste zu empfangen oder zu besuchen.
Der Begriff wurde veraltet, als Zentralheizung in Haushalten zum Standard wurde und als Frauenmode sich von geschichteten, drapierten Silhouetten abwandte. Nach den 1930er Jahren war das Kleidungsstück aus dem aktiven Gebrauch weitgehend verschwunden, wobei Textilarchive und historische Aufzeichnungen Beispiele aus dem Handel bewahren. Die moderne Verwendung des Begriffs beschränkt sich auf historische Kostümarbeit und Textilforschung.