verzapft
Englisch: tenoned
Mit einem oder mehreren Zapfen versehen.
Gezapft: Holzverbindung mit Zapfen für Festigkeit und Ausrichtung
Eine gezapfte Verbindung entsteht, wenn ein vorstehender rechteckiger Zapfen von einer Kante oder dem Ende eines Holzstücks abgezapft und in eine entsprechende rechteckige Aussparung, das Loch oder die Mortise, eines anderen Holzstücks eingepasst wird. Der Zapfen gleitet in die Mortise, wird typischerweise verleimt und manchmal mit Holzstiften oder Keilen gesichert, um eine starke, steife Verbindung zu schaffen, die gegen Zugkräfte und Scherung widersteht.
Gezapfte Arbeiten kommen in der Innenausbau- und Konstruktionsschreinerei vor. Mortise- und Zapfenverbindungen sind Standard in Möbelrahmen, wo sie Streben (waagerechte Teile) mit Beinen und Pfosten (senkrechte Teile) verbinden. In der Zimmerei verbinden Zapfen Holzbalken an Schnittpunkten. Ein durchgehender Zapfen geht vollständig durch das Mortisenstück hindurch und ragt auf der anderen Seite hervor, wo er verspannt oder vernietet werden kann; ein verdeckter Zapfen endet vor dem Durchbruch. Der Zapfen selbst ist typischerweise ein Drittel bis die Hälfte der Dicke des Werkstoffs, aus dem er geschnitten ist, und seine Länge entspricht üblicherweise der Dicke des Stücks, in das er einführt.
Die Festigkeit einer gezapften Verbindung hängt von der Leimfläche, der Faserrichtung und der Genauigkeit der Passung ab. Lose Zapfen (separate Holzstücke, die in Mortisen beider Verbindungsteile passen) bieten Flexibilität in der Gestaltung und einfachere Einrichtung an Maschinen. Mehrere Zapfen an einer Verbindung, etwa Stumpfzapfen oder Schwalbenschwänze (wobei ein Zapfen in der Nähe der Basis in der Höhe reduziert wird), verteilen Spannungen und verhindern Verdrehen.
Warum Zapfen in der Vollholzverbindung vorherrschen
Zapfen verriegeln zwei Holzstücke auf mechanische Weise, die Schrauben und Nägel nicht leisten. Die Leimfläche macht die Verbindung bei Zug und seitlicher Bewegung stärker als Befestigungsmittel allein erreichen könnten. Anders als Durchbolzen oder Metallklammern bleiben gezapfte Verbindungen unsichtbar und sind daher in sichtbaren Möbeln und feinen Möbelstücken bevorzugt. Die geraden Seiten einer Mortise und eines Zapfens ermöglichen auch eine genaue Ausrichtung während der Montage und verringern die Abhängigkeit von Spannzwingen zum Quadratausgleich.
Der Hauptausfallmodus einer gezapften Verbindung ist Holzbewegung quer zur Faser, die dazu führen kann, dass sich die Verbindung öffnet oder der Zapfen reißt, wenn sowohl Mortise als auch Zapfen über ihre ganze Länge steif verleimt sind. Schreiner lassen die Enden der Mortisen manchmal leicht stolz stehen oder unterschneiden die Zapfenschultern, um diese Bewegung zu ermöglichen. Schlecht sitzende Verbindungen mit großen Lücken oder einem zu dicken oder zu dünnen Zapfen verlieren mechanischen Halt und werden unter Last oder Verformungsspannung ausfallen.