Dutchman
Englisch: dutchman
Holz- oder Steinflächenstück zur Reparatur eines größeren Teils, das eine Höhlung oder Lücke möglichst präzise ausfüllt
Dutchman: ein geformter Füllfleck für Holz oder Stein
Ein Dutchman ist ein Reparaturstück, das maßgefertigt in eine Öffnung, ein Loch oder einen beschädigten Bereich in Holz oder Stein eingepasst wird. Der Dutchman wird so geformt, dass er die Kavität genau ausfüllt, dann eingesetzt und bündig mit der umgebenden Oberfläche abgeschliffen. Es ist eine dauerhafte Reparaturmethode, die sich von provisorischen Flickarbeiten unterscheidet und sich auf genaue Formgebung stützt, nicht auf Klebstoff allein.
Bei Holz wird ein Dutchman normalerweise aus Holz geschnitten, das in Holzart, Faserrichtung und Farbe mit dem Original übereinstimmt. Die Kavität wird zunächst gefräst oder gemeißelt, um gerade Seitenflächen und einen ebenen Boden zu erzeugen und so eine geometrische Form zu schaffen, die der Dutchman genau ausfüllt. Typische Reparaturen sind das Füllen von ausgefallenen Ästen, die Reparatur von Fäulnisschäden, das Schließen von Rissen und Spalten oder das Füllen von Löchern, die von Befestigungsteilen oder früheren Reparaturen stammen. Der Dutchman wird mit Knochenleim oder modernem Polyurethan-Klebstoff eingeklebt und nach dem Abbinden des Klebstoffs abgehobelt oder geschliffen.
Dutchmen aus Stein folgen dem gleichen Prinzip, erfordern aber größere Präzision, da Stein nach dem Einbau nicht mehr glatt gehobelt werden kann. Die Kavität wird mit geraden Meißelspuren oder mit Hartmetallwerkzeugen gefräst. Der Dutchman wird aus passendem Stein gefertigt, oft Schiefer, Marmor oder Granit je nach Originalmaterial. Nach dem Einpassen und Kleben mit Steinklebstoff oder Mörtel wird er geschliffen und poliert, um die umgebende Oberfläche zu erreichen.
Warum der Name Dutchman ungeklärt bleibt
Die Herkunft des Begriffs ist umstritten. Einige Quellen behaupten, er stammt aus niederländischen Schreinertraditionen, während andere vermuten, dass er sich aus der Praxis ergibt, Reparaturarbeiten an Arbeiter niedriger Statusgruppen zu vergeben, wobei "Dutch" umgangssprachlich als Abwertung verwendet wurde. Der Begriff erscheint in englischen Holzbearbeitungstexten ab dem frühen 20. Jahrhundert ohne klaren Nachweis früherer Verwendung, daher ist seine Etymologie schwer mit Sicherheit zu bestimmen.
Der Dutchman wird anderen Reparaturmethoden vorgezogen, weil er zeitlich stabil bleibt, jahreszeitliche Holzbewegungen aufnimmt, ohne zu reißen, und sauber an sichtbaren Oberflächen ausgeführt werden kann. Er ist langsamer und kostspieliger als Oberflächenflickerei und wird deshalb für hochwertige Schreinerei, Restaurierung und sichtbare Konstruktionsarbeiten reserviert, wo Optik und Haltbarkeit entscheidend sind.