Tesla-umgebaut
Englisch: Tesla-swapped
Von einem Fahrzeug: durch Austausch des Verbrennungsmotors und Kraftstoffsystems gegen Batteriesatz und Elektromotor aus einem Tesla-Fahrzeug elektrifiziert.
Tesla-Umbau: Verbrennungsmotor raus, Tesla-Antrieb rein
Ein Tesla-Umbau ist ein Auto oder Lastkraftwagen, bei dem der Verbrennungsmotor, das Getriebe und das Kraftstoffsystem entfernt und durch einen Elektromotor und ein Batteriepaket ersetzt werden, die aus einem Tesla-Fahrzeug stammen. Der Umbau nutzt in der Regel Komponenten aus einem Totalschaden oder Spender-Tesla, meistens einen dreiphasigen Asynchronmotor oder einen permanent erregten Synchronmotor, ein Hochvoltbatteriemoddul und die zugehörige Leistungselektronik. Das Basis-Fahrzeug behält seine ursprüngliche Karosserie, sein Chassis und seinen Innenraum; nur der Antriebsstrang wird gegen Tesla-Komponenten ausgetauscht.
Die Arbeiten erfordern erhebliche Konstruktionsarbeiten: Befestigung des Tesla-Motors am ursprünglichen Motortunnel oder direkt an der Hinterachse, Integration der Hochvoltbatterie (üblicherweise 75 bis 100 kWh Pakete von Model S oder Model 3 Spender) in den Fahzeugrahmen, Verlegung neuer 400-Volt-Kabel durch die Kabine und Verkabelung des Tesla-Bordladegeräts und des Wechselrichters in das Armaturenbrett. Bei manchen Umbauten bleibt das Original-Getriebe erhalten, um mechanischen Vorteil zu nutzen; andere verwenden einen Einfach-Untersetzungsreduzierer oder eine direkte Motor-Achsen-Verbindung, da Elektromotoren maximales Drehmoment sofort abgeben und keine mehrstufigen Gänge benötigen.
Gängige Varianten und Abwägungen
Ein einfacher Tesla-Motor-Umbau kostet weniger bei den Komponenten, erfordert aber mehr Konstruktion für Kühlung, Versteifung und Wärmemanagement. Ein vollständiger Tesla-Antriebsstrang-Umbau mit dem Model S oder Model 3 Hilfsrahmen und Aufhängung ist elektrisch einfacher, erfordert aber umfangreiche Chassis-Änderungen. Die Batterieplatzierung ist entscheidend: mittig montierte Pakete senken den Schwerpunkt, reduzieren aber den Innenraum; auf dem Boden montierte Pakete bei Klassikern erfordern komplette Neugestaltung der Bodengruppe. Das Gewicht nimmt üblicherweise um 300 bis 600 Pfund gegenüber dem ursprünglichen Benzinauto zu und verschiebt das Fahrverhalten.
Der Begriff entstand um 2015 in Foren von Automobil-Enthusiasten, als Tesla-Komponenten aus Totalschaden-Fahrzeugen verfügbar wurden. Er ist jetzt fest in der EV-Umbau-Kultur verankert, obwohl Schrottplätze und Teslas eigenes Service-Netz die Verfügbarkeit von Spender-Antriebssträngen eingeschränkt haben. Mechaniker und Konstrukteure, die Tesla-Umbauten durchführen, müssen sich mit Teslas proprietären Kommunikationsprotokollen, Wegfahrsperren und Kalibrierungssystemen auseinandersetzen; bei manchen Umbauten wird die Tesla-Firmware unverändert verwendet, während andere quelloffene Fahrzeugsteuergeräte (VCUs) wie Cascadia oder VESC nutzen, um die Lücke zwischen historischen Fahrzeugeingaben und Tesla-Hardware zu schließen.
Herausforderungen sind das 12-Volt-Hilfssystem (Tesla nutzt 10-Ampere-Sicherungen und spezialisierte Relais), das Risikomanagement bei thermischem Durchgehen bei Batterieschäden und die Sicherstellung, dass das Bremssystem des Original-Autos mit der Rekuperations-Bremsmodulation umgehen kann. Registrierung und Versicherung sind in den meisten Rechtsgebieten noch eine Grauzone; manche Regionen klassifizieren einen Tesla-umgebauten Klassiker als Eigenbau und verlangen neue Papiere, während andere ihn als modifiziertes Fahrzeug behandeln, das Emissionsverzicht oder Strukturprüfungen benötigt.