Testbahn
Englisch: test track
Befestigte Fahrbahn, auf der Straßenfahrzeuge getestet werden.
Testgelände: eine kontrollierte Strecke zur Bewertung der Fahrzeugleistung
Ein Testgelände ist eine speziell errichtete Anlage, auf der Fahrzeuge vor der Markteinführung oder nach umfangreicher Modifikation einer kontrollierten Bewertung unterzogen werden. Im Gegensatz zu einer öffentlichen Straße bietet ein Testgelände wiederholbare Bedingungen, vermessene Fahrbahnen und Freiheit von Verkehr, Fußgängern und rechtlichen Beschränkungen, was Ingenieuren ermöglicht, Leistungskennwerte zu ermitteln, die andernorts unmöglich oder unsicher zu erfassen wären.
Testgelände unterscheiden sich stark in Layout und Oberfläche. Eine typische Automobilanlage erstreckt sich über 2 bis 10 Kilometer Fahrbahn mit Abschnitten, die reale Bedingungen simulieren: lange Geraden für Höchstgeschwindigkeitsprüfungen, hochbanked Kurven zur Handlingtestung bei Geschwindigkeit, niedrig reibungsstarke Skid Pads für Grifftests und raue Betonabschnitte zur Bewertung von Fahrwerk und Antrieb. Einige Gelände verfügen über Wassersprühanlagen zur Prüfung von Nassbremsverhalten und Sicht; spezialisierte Abschnitte können Quergefälle oder Waschbrettoberflächenaufweisen, um Fahrgestell und Antriebsstrang zu belasten.
Ingenieure nutzen Testgelände, um Beschleunigungszeiten, Bremswegsprüfungen, Handlingeigenschaften, Kraftstoffverbrauch nach standardisierten Fahrzyklus und Haltbarkeit unter dauerhaften hohen Belastungen zu messen. Wärmebild-, Beschleunigungsmesser und fahrzeugseitige Datenerfassung erfassen Leistung über Temperaturbereiche und Lasten, die Kundenfahrten nicht reproduzieren können. Ein Fahrzeug kann mehrere Wochen auf einem Testgelände verbringen und dabei Tausende von Kilometern sammeln, bevor behördliche Tests oder die Markteinführung stattfinden.
Unterschied zum Testgelände
Testgelände und Erprobungsgelände überlappen sich funktional, unterscheiden sich jedoch im Umfang. Ein Testgelände konzentriert sich auf Leistungsmessung auf asphaltierten Flächen; ein Erprobungsgelände umfasst typischerweise unbefestigtes Terrain, Gewässerdurchfahrten, raue Strecken und größere Entfernungen, die Zuverlässigkeits- und Haltbarkeitsprobleme offenlegen. Große Hersteller betreiben beide Anlagentypen: Testgelände für die Optimierung und Erprobungsgelände für die Dauertestvalidierung.
Der Betrieb von Testgeländen erfordert sorgfältige Umweltkontrolle: Die Oberflächentemperatur beeinflusst Reifengriff und Bremsleistung; die Windgeschwindigkeit beeinflusst Aerodynamikmessungen; die Sperrung des Geländes vom Verkehr ist erforderlich. Anlagen sind teuer in Bau und Unterhalt, deshalb werden sie typischerweise von Herstellern, Testlaboren oder Auftragsforschungsorganisationen betrieben. Unabhängige Testgelände von Dritten bedienen auch kleinere Hersteller und Ingenieurbüros, die keine eigenen Anlagen besitzen.