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Bahntechnik

TGV

Französischer Hochgeschwindigkeitszug, betrieben durch den gleichnamigen nationalen Eisenbahnservice.

TGV: Frankreichs Flaggschiff im Hochgeschwindigkeitsverkehr

Der TGV (Train à Grande Vitesse) ist ein Hochgeschwindigkeits-Schienenpersonenverkehrsnetz und eine Zugflotte, die von der SNCF, Frankreichs nationaler Eisenbahngesellschaft, betrieben wird. Die Züge selbst sind speziell entwickelte elektrische Einheiten, die auf dedizierten Strecken mit Dauergeschwindigkeiten von 300 km/h oder höher fahren. Die meisten kommerziellen Dienste verkehren je nach Strecke und Gleisverhältnissen mit 250 oder 300 km/h. Das Netz verbindet Paris mit großen Städten in ganz Frankreich und reicht in Nachbarländer, es bildet das Rückgrat des europäischen Hochgeschwindigkeitsschienenverkehrs.

Die Flotte umfasst mehrere Generationen von Rollmaterial. Frühere Einheiten wie die Paris-Sud-Est (PSE) Züge, die 1981 in Betrieb gingen, legten den Grundstein. Spätere Varianten wie der TGV Duplex und TGV InOui zeigen Fortschritte in Aerodynamik, Sitzplatzkapazität und Energieeffizienz. Alle TGV-Züge beziehen ihren Strom aus Fahrdrähten mit 25 kV AC, 50 Hz. Die Züge nutzen Gelenkwagen auf Drehgestellen mit kleinerem Durchmesser, um die ungefederte Masse zu reduzieren und engere Kurven als herkömmliche Hochgeschwindigkeitsauslegungen zu ermöglichen.

Die Gleisinfrastruktur ist für den TGV-Betrieb entscheidend. Dedizierte Strecken verwenden Betonschellen auf schotterlosen oder geschotterten Betten. Die Schienen sind mit sehr engen Toleranzen ausgerichtet, um Fahren mit hoher Geschwindigkeit zu ermöglichen. Kurven sind gekippt und radial ausgelegt, um Seitenkräfte zu minimieren; Steigungen überschreiten selten 3,5 Prozent. Die Signalisierung basiert auf automatischen Zugbeeinflussungssystemen (ATP), die die Geschwindigkeitseinhaltung durchsetzen und Überfahrten verhindern, anstelle von Linienrandssignalen.

Der Wartungsaufwand unterscheidet sich erheblich vom konventionellen Schienenbetrieb. Verschleiß an der Stromabnehmergarnitur, Radflachstellen durch Bremsungen und Drehgestellausrichtung erfordern regelmäßige Überprüfung und Austausch nach strengen Zeitplänen. Die spezialisierte Infrastruktur, die Kosten für dedizierte Trassen, Höhentrennung und Signalsysteme bedeuten, dass TGV-Netze hohe Fahrgastaufkommen benötigen, um die Investitionen zu rechtfertigen. Strecken mit kurzen Distanzen oder geringer Nachfrage sind für den TGV-Betrieb nicht rentabel.

Außerhalb Frankreichs hat die TGV-Technologie die Schienenentwicklung in Europa beeinflusst. Spanien betreibt das AVE-System nach ähnlichen Grundsätzen; Südkorea und Japan haben TGV-basierte Konstruktionen unter Lizenz eingesetzt. Der Name selbst spiegelt die französische Betriebsphilosophie wider: Geschwindigkeit und Komfort auf speziell dafür gebauten Korridoren zu optimieren, anstatt bestehende Strecken anzupassen.

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