Drei Schwestern
Englisch: three sisters
Kombination von Mais, Stangenbohnen und Kürbis, besonders wenn sie in verflochtenen Pflanzungen zusammen angebaut werden.
drei schwestern: indigene mischkultur, die wirklich funktioniert
Die drei schwestern ist ein mischkultursystem, das mais, stangenbohnen und kürbis auf einer anbaufläche kombiniert. Der mais dient als lebende rankhilfe für die bohnen; die bohnen binden atmosphärischen stickstoff im boden und versorgen so mais und kürbis; der kürbis breitet sich auf dem boden aus, seine großen blätter beschatten den boden, speichern feuchtigkeit und unterdrücken unkraut. Alle drei kulturen reifen auf ähnlichen zeitskalen und teilen sich eine wachstumsperiode, typisch 90 bis 120 tage je nach sorte und klima.
Das system stammt aus mesoamerikanischem anbau und wird heute noch in nord-, mittel- und teilen südamerikas aktiv genutzt. Maissorten müssen robust und hoch sein, typisch 180 bis 240 zentimeter bei reife, um das bohnengewicht ohne zu lagern zu tragen. Stangenbohnen werden gesät, nachdem der mais 15 bis 20 zentimeter hoch ist; kürbissamen kommen gleichzeitig oder kurz danach in die erde. Der reihenabstand variiert je region und bodenfruchtbarkeit, ein verbreitetes schema arbeitet mit hügeln im abstand von 60 bis 90 zentimetern, mais in der mitte, vier bis sechs bohnen drum herum, kürbissamen außerhalb des kreises.
Der stickstoff-fixierungsvorteil ist erheblich. Bohnen bringen 40 bis 100 kilogramm stickstoff pro hektar in den boden ein, wodurch kommerzielle dünger reduziert oder ganz überflüssig werden. Das machte das system in der vormodernen landwirtschaft wirtschaftlich und ökologisch tragfähig und spricht auch heute noch low-input-betriebe an. Das kürbislaub senkt auch bodentemperatur und verdunstungsverluste, ein großer vorteil in semi-ariden regionen.
Häufige probleme und varianten
Der hauptnachteil ist der arbeitsaufwand bei der ernte. Drei kulturen aus einem wirren durcheinander zu trennen erfordert sorgfalt; maiskolben müssen zwischen bohnenranken gesucht werden, und kürbisse sind oft unter laub verborgen. Schädlingsdruck kann sich in der dichten vegetation konzentrieren, besonders zünsler bei kürbis und mexikanische bohnenkäfer wo sie vorkommen. Die industrielle landwirtschaft hat die drei schwestern zugunsten von monokultur aufgegeben, weil mechanische ernte unmöglich ist und der ertrag pro hektar jeder einzelnen kultur typisch unter dedizierten anbauflächen liegt, obwohl die gesamte kalorienleistung pro flächeneinheit monokultursysteme oft übertrifft.
Es gibt regionale varianten. Im südwesten der usa und mexiko werden kürbissorten mit dünneren schalen bevorzugt für schnellere reife. In der andenregion ersetzen manchmal quinoa oder kartoffeln den kürbis. Der begriff selbst spiegelt europäische beobachtung und benennung aus der kolonialzeit wider; das system existiert seit jahrhunderten vor europäischem kontakt. In heutigen industrie- und alternativlandwirtschaftlichen kontexten taucht die drei schwestern in literatur zu regenerativer landwirtschaft, saatgutkatalogen und bildungsprogrammen auf, bleibt aber gegenüber konventionellem reihenanbau marginal.