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Bahntechnik

tokenless block

Ein Signalisierungssystem auf einer eingleisigen Strecke, das die Mitnahme eines physischen Tokens durch den Lokführer entbehrlich macht.

Tokenlose Blockade: signalgestützte Sicherung ohne physische Tokens

Die tokenlose Blockade ist ein Verfahren zur Steuerung von Zugbewegungen auf eingleisigen Eisenbahnstrecken mittels feststehender Signale und Stellwerklogik, ohne dass physische Tokens erforderlich sind. Auf eingleisigen Abschnitten darf sich zu jeder Zeit nur ein Zug zwischen zwei Punkten aufhalten; traditionell wurde dies dadurch gewährleistet, dass der Lokführer ein Token (eine physische Messing- oder Stahlmarke oder einen Stab) vom Stellwerkmeister übernahm. Die tokenlose Blockade ersetzt diese mechanische Übergabe durch eine elektrische oder mechanische Signalanlage, die widersprechende Zugbewegungen durch automatische Signalbedienung und Sperrung verhindert.

Das System stützt sich auf eine Reihe von Signalmasten und Gleisstromkreisen oder mechanischen Sperren, die entlang der Strecke angeordnet sind. Wenn ein Zug in einen eingleisigen Abschnitt einfährt, schalten Signale weiter vorne automatisch auf Halt, wodurch verhindert wird, dass ein anderer Zug einfährt, bis der erste Zug den Abschnitt verlässt und die Signale zurückgesetzt werden. Das Fehlen eines physischen Tokens spart Verzögerungen bei der Übergabe und vermeidet das Risiko von Fehlern bei der Tokenverwaltung, etwa wenn ein Lokführer einen Bahnhof ohne Token verlässt oder das Token an den falschen Zug übergeben wird.

Varianten und Umsetzung

Tokenlose Blockaden-Systeme unterscheiden sich je nach Installationszeit und Eisenbahninfrastruktur erheblich. Frühe Versionen nutzten mechanische Hebelbühnen und Gleisstromkreise; moderne Implementierungen verwenden Halbleiter-Elektronik und computergestützte Stellwerke. Manche Eisenbahnen wenden absolute Blockade an, bei der jeder Signalabschnitt streng kontrolliert wird, während andere permissive Blockade einsetzen und unter bestimmten Bedingungen ein vorsichtiges Befahren von Signalen auf Halt ermöglichen. Das System ist am häufigsten auf Nebenbahnen, ländlichen Strecken und Museumseisenbahnen anzutreffen, wo die Verkehrsdichte niedrig ist und die niedrigeren Kosten im Vergleich zum zweigleisigen Betrieb gerechtfertigt sind.

Die tokenlose Blockade ist besonders wertvoll auf Linien mit seltenen oder unregelmäßigen Zugverkehren, wo ein Tokenaustausch an Ausweichstellen zu Betriebsverzögerungen führen würde. Da Signale den Zugang direkt steuern, kann ein Lokführer nicht versehentlich in einen bereits besetzten Abschnitt einfahren. Das System erfordert dennoch klare Kommunikation zwischen Stellwerkmeistern an den Enden des Blockabschnitts, üblicherweise per Telefon oder Klingelzeichen, um zu bestätigen, dass Züge fahren dürfen.

Der Begriff unterscheidet dieses Verfahren von den Token-Blockaden oder Token-Verfahren, die es ersetzte. Während die tokenlose Blockade die Betriebssicherheit verbessert und bestimmte Fehlerquellen ausschließt, hängt sie von funktionsfähigen Signalmechanismen und Stromversorgung ab; Ausfälle von Stellwerksausrüstungen können manuellen Betrieb oder eine Betriebsunterbrechung erforderlich machen. Dieser Kompromiss zwischen mechanischer Einfachheit und elektrischer Abhängigkeit hat ihre Verbreitung geprägt; viele Strecken behielten das Token-Verfahren bis in die Moderne aus Kostengründen und wegen der Zuverlässigkeit bei.

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