Laufschiene
Englisch: running rail
Eine der beiden Schienen eines Eisenbahngleises, mit denen die Räder des Zuges in Berührung kommen.
Laufschiene: die Stahlschiene, auf der die Zugräder rollen
Die Laufschiene ist die tragende Stahlschiene, auf der die Zugräder tatsächlich rollen. Bei einem Standard-Doppelschienengleis sind beide Schienen Laufschienen, zu unterscheiden von Spurkranzschienen (die Seitenbewegungen verhindern) und Stromschienen (die auf elektrifizierten Strecken den Strom führen). Die Laufschiene trägt das gesamte Zuggewicht und leitet es auf die Schwellen und das Schotterbett darunter ab.
Laufschienen bestehen typischerweise aus Kohlenstoffstahl und sind in genormten Profilen erhältlich. Der Schienenkopf, die obere Fläche, auf der der Radkranz und der Radlauffläche Kontakt haben, ist gehärtet, um Verschleiß zu widerstehen. Moderne schwere Güterbahn- und Personenbahnen nutzen kontinuierlich verschweißte Schienen (CWR) in Längen von 100 Metern und mehr statt Stoßschienen in 12-Meter-Längen, da Stoßstellen Spannungskonzentrationen erzeugen. Der Schienenfuß wird mit Clips, Schrauben oder Befestigungssystemen an Holz- oder Betonschwellen verankert, die eine begrenzte Seitenbewegung für thermische Ausdehnung ermöglichen.
Die Radauflasten auf dem Laufschienenkopf erzeugen Kontaktermüdung, die sich als kleine Oberflächenrisse zeigt, die zu Abblätterungsschäden führen können. Diese Schäden werden durch Ultraschallprüfung und visuelle Inspektion überwacht, da sie letztlich zu Schienzenbruch führen. Die Verschleißgeschwindigkeit hängt von der Zuggeschwindigkeit, der Achslast, dem Kurvenhalbmesser und der Schienenehärte ab. In scharfen Kurven verschleißt die äußere Schiene schneller wegen der höheren Kantenbelastung.
Das Profil einer Laufschiene bestimmt ihre Kompatibilität mit einem Radsatz. Die britische Norm BS 11137, die europäische EN 13674 und die amerikanischen AREMA-Standards spezifizieren unterschiedliche Kopfformen, Fußbreiten und Gewichte pro Meter. Eine typische moderne Schiene wiegt 60 kg/m für gemischten Verkehr, aber schwere Güterbahnen nutzen Querschnitte von 72 kg/m oder schwerer. Leichtere Industrie- und Museumsbahnen können 45 kg/m oder weniger verwenden.
Laufschienen werden nach ihrer Stahlzusammensetzung und Härte bewertet. Güte 900A ist Standard für die meisten Anwendungen, aber hochkohlenstoffhaltige Güten wie Güte 1100 werden in Weichenbereichen und auf starken Steigungen mit hohen Bremskräften eingesetzt. Legierte Schienen mit Vanadium oder Niob verbessern die Ermüdungsbeständigkeit, kosten aber mehr.