Touch off
Englisch: touch off
Einen Bezugskoordinaten oder ein Bezugsdatum durch Bewegung des Werkzeugkopfes etablieren, bis er gerade das Werkstück oder das Maschinenbett berührt.
Anfahren: Nullpunkt auf der Maschine finden
Anfahren bedeutet, die genaue Position zu bestimmen, an der ein Schneidwerkzeug gerade Kontakt mit einem Werkstück oder einer Maschinenreferenzfläche aufnimmt. Dies etabliert einen bekannten Koordinatenpunkt, von dem aus alle nachfolgenden Bewegungen gemessen werden. Bei der CNC-Bearbeitung ist dies der entscheidende Schritt, der den gesamten Auftrag im Koordinatensystem der Maschine verankert. Ohne genaues Anfahren werden die Teildimensionen falsch, oder das Werkzeug crasht ins Werkstück beziehungsweise umgekehrt.
Der Prozess funktioniert normalerweise so: Man bewegt das Werkzeug langsam auf das Werkstück zu, entweder mit manuellen Steuerelementen oder mit einer Jog-Funktion bei einer CNC-Maschine, und beobachtet den Kontaktmoment. Viele Bediener nutzen eine Fühlerlehre, Papier oder eine dünne Abstandsplatte zwischen Werkzeug und Werkstück, um den Kontakt präziser zu erfassen als mit dem bloßen Auge. Einige Maschinen verfügen über elektronische Antastköpfe, die automatisch ein Signal geben, wenn Kontakt auftritt, was die Vermutung eliminiert und die Wiederholbarkeit verbessert. Nach der Bestätigung des Kontakts wird diese Position als Referenzpunkt oder Nullpunkt auf der betreffenden Achse aufgezeichnet oder gespeichert.
Je nach Aufbau gibt es verschiedene Referenzpunkte. Man kann das Werkzeug auf die Werkstückoberfläche anfahren, um die Z-Achse (Tiefe) zu setzen, auf die Kante eines Teils, um X einzustellen, oder auf eine feste Maschinenreferenz wie den Maschinentisch, um absolute Koordinaten zu etablieren. Bei komplexen Aufträgen sind mehrfache Anfahrpunkte normal: einer für jedes Werkzeug, wenn mehrere Fräser im Einsatz sind, und oft ein weiterer für das Werkstück selbst, falls es neu positioniert wurde.
Häufige Fehler beim Anfahren und deren Vermeidung
Die häufigsten Fehler sind Anfahren mit zu hohem Vorschub (die Fühlerlehre wird beschädigt oder das Werkzeug), die Verwendung einer inkonsistenten Referenzfläche oder das Vergessen, die Digitalanzeige oder Steuerung nach dem Anfahren auf Null zu setzen. Manche Bediener fahren den höchsten Punkt eines Teils an und berücksichtigen nicht den Werkstücklauf oder die Durchbiegung unter Last, was zu Rattern oder Riefen nach dem Zerspanstart führt. Moderne CNC-Maschinen mit automatischem Antasten haben diese Probleme vermindert, aber nicht vollständig gelöst; der Antastkopf selbst muss regelmäßig kalibriert werden.
Der Begriff selbst spiegelt die physische Handlung: Man führt das Werkzeug wortwörtlich an eine Fläche, um den genauen Kontaktmoment zu erfassen. Bei manueller Maschinenbearbeitung war dies immer eine taktile und visuelle Fertigkeit. CNC-Automatisierung verschob dies in Richtung Präzisionselektronik, aber das Grundkonzept bleibt unverändert. Zerspanbediener unterscheiden zwischen Schruppanfahrten, bei denen ein Fehler von ein Paar Tausendstel akzeptabel ist, und Schlichtanfahrten, wo die Wiederholbarkeit im Bereich eines Zehntausendstel oder besser erforderlich ist, je nach Toleranz des Teils und Werkzeugbahn.