Fahrtrichtungsanzeiger
Englisch: trafficator
Ein blinkendes Licht an einem Kraftfahrzeug, das die Richtung anzeigt, in die das Fahrzeug einbiegen wird.
Trafficator: der am Arm montierte Fahrtrichtungsanzeiger vor dem elektrischen Licht
Ein Trafficator ist ein mechanischer Signalisierungsarm, der sich von der Fahrzeugseite nach außen schwenkt, um die Fahrtrichtungsabsicht anzuzeigen. Er war von den 1920er bis 1950er Jahren weit verbreitet und kombiniert einen physischen Semaphorarm, normalerweise in Gelb oder Bernstein, mit einer internen Leuchte, die beim Ausfahren blinkt oder leuchtet. Der Arm fährt bei Nichtgebrauch bündig zur Fahrzeugkarosserie ein.
Das Gerät wird typischerweise über der Vordertür oder an der B-Säule montiert und wird durch einen Schalthebel am Armaturenbrett oder später durch einen Stab an der Lenksäule betätigt. Wenn der Fahrer das Bedienelement bewegt, fährt ein Solenoid oder eine mechanische Verbindung den Arm senkrecht zur Fahrzeugseite aus. Der Arm bleibt ausgefahren, bis der Fahrer ihn manuell einzieht oder bei manchen Modellen ein Zeitschalter ihn nach Abschluss der Kurvenfahrt automatisch zurückstellt.
Zwei Designvarianten dominierten den Markt. Der Semaphor-Trafficator nutzte einen flachen Metallarm, der um 90 Grad schwenkte und tagsüber sichtbar blieb. Der Licht-Trafficator ergänzte das Design um eine bernsteinfarbene Glühbirne im Arm selbst oder montierte eine leuchtende Linse daneben, um das Signal nachts sichtbar zu machen. Beide Typen beruhten vollständig auf der Wahrnehmung und dem bewussten Handeln des Fahrers; es gab keine Synchronisation mit dem Zündschloss oder automatische Zurückstellung.
Warum sie an Bedeutung verloren
Trafficatoren wurden nach den 1950er Jahren überflüssig, da elektrische Fahrtrichtungsleuchten (blinkend oder dauerhaft) zuverlässiger waren, weniger Wartung brauchten und sich leichter in die Elektrik des Fahrzeugs integrieren ließen. Sie versagten außerdem bei starkem Regen, Schnee oder wenn sie durch Gepäck verdeckt waren, und ein beschädigter Arm ließ kein Ausweichsignal zu. Moderne Vorschriften weltweit schreiben jetzt elektrische bernsteinfarbene oder rote Leuchten zum Abbiegen vor; Semaphorarme finden sich nur noch an klassischen oder Oldtimer-Fahrzeugen.
Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen trafficare (handeln oder verkehren) vermischt mit indicator ab, wobei der Begriff hauptsächlich im britischen und europäischen Raum verwendet wird. Nordamerikanische Fahrer nutzten von Anfang an die Begriffe turn signal oder direction signal für die elektrische Signalisierung. Einige Länder, besonders Großbritannien, fertigten Trafficatoren noch bis in die 1960er Jahre bei kostengünstigeren Fahrzeugen an und bauten sie ein, während höherwertige Modelle bereits auf elektrische Leuchten umgestiegen waren.