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Bahntechnik

Tri-Mode

Englisch: tri-mode

adjectiveBahntechnik

Zug oder Lokomotive, die auf elektrifizierten Strecken mit Strom, auf nicht elektrifizierten Strecken mit Diesel-Elektro-Antrieb oder Batteriebetrieb fahren kann.

Tri-Mode: drei Stromquellen, eine Lokomotive

Eine Tri-Mode-Lokomotive oder ein Tri-Mode-Zug ist ausgelegt, um Strom aus drei verschiedenen Quellen zu beziehen: aus Oberleitung wo vorhanden, aus einem bordeigenen Dieselgenerator wo die Strecke nicht elektrifiziert ist, und aus wiederaufladbaren Batterien für kurze nicht-elektrifizierte Abschnitte. Diese Flexibilität ermöglicht es einem einzelnen Fahrzeug, auf gemischten Eisenbahnnetzen zu verkehren, ohne dass Antriebswechsel nötig sind. Das macht solche Fahrzeuge auf Strecken wertvoll, die zwischen elektrifizierten städtischen Abschnitten und ländlichen Dieselstrecken wechseln.

Die drei Systeme arbeiten parallel nebeneinander. Der Stromabnehmer verbindet sich mit der Oberleitung (in Europa typischerweise 25 kV Wechselstrom, auf älteren Netzen teils 1,5 kV Gleichstrom). Der Dieselmotor treibt einen Generator an, der die gleiche Spannung für die Fahrtmotoren erzeugt. Batteriepakete, in modernen Fahrzeugen meist Lithium-Ionen, liefern Zusatzenergie bei kurzen nicht-elektrifizierten Streckenabschnitten oder puffern Lastspitzen ab. Das bordeigene Steuersystem wechselt automatisch oder auf Fahrbefehl zwischen den Quellen und nutzt diejenige, die gerade verfügbar ist.

Warum Tri-Mode in der Praxis zählt

Betreiber sparen die Kosten und Komplexität, zwei separate Flotten aus Diesel- und Elektrolokomotiven zu unterhalten. Ein einzelnes Tri-Mode-Fahrzeug kann morgens die Pendlerzüge auf elektrifizierten Strecken in die Stadt fahren und dann nachmittags die Nebenbahn zu kleineren Orten bedienen, wo Oberleitung nie gebaut wurde. Die Batteriereichweite liegt typischerweise bei 20 bis 80 Kilometern je nach Geländeprofil und Zuglast, was sie für echten Nebenbahn-Einsatz tauglich macht und nicht nur Marketing-Versprechen darstellt.

Der Preis dafür liegt in zusätzlichem Gewicht und Kosten. Ein Tri-Mode-Fahrzeug trägt Dieseltank, Generator, Batterien und deren Steuerungen mit sich, was es schwerer macht als ein reines Elektrofahrzeug. Die Instandhaltung wird komplexer: Betreiber müssen drei unabhängige Energiesysteme statt eines managen. Der Fahrtmotor muss Spannungsschwankungen aus allen drei Quellen tolerieren ohne Schaden zu nehmen. Rekuperatives Bremsen, also die Rückgewinnung von Energie beim Abbremsen, funktioniert je nach Energiebetriebsart unterschiedlich.

Tri-Mode-Züge entstanden in den 2010er Jahren, als Batterietechnik zuverlässig genug für den Industrieeinsatz wurde. Die British Rail Class 769 ist ein bekanntes Beispiel, umgebaut aus bestehenden Wagenkästen. Deutsche und skandinavische Betreiber haben Tri-Mode-Material auf Regionalnetzen eingesetzt, wo vollständige Elektrifizierung wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen war. Das Konzept stellt einen technischen Kompromiss dar: flexibler als reine Elektrifizierung, emissionsärmer als reiner Diesel, aber weder mit der Einfachheit der Elektrifizierung noch mit der Reichweite klassischer Diesel-elektrischer Fahrzeuge ausgestattet.

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