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Bahntechnik

Purzelbaum-Signal

Englisch: somersault signal

Ein Eisenbahn-Semaphor, dessen Arm in der Mittellinie schwenkbar angebracht ist.

Purzelbaum-Signal: ein auf horizontaler Achse kippendes Semaphorsignal

Ein Purzelbaum-Signal ist ein Eisenbahnsemaphor, bei dem der gesamte Signalflügel auf einem horizontalen Bolzen dreht, der durch seine Mittellinie läuft, anstatt wie bei einem konventionellen Tiefquadrant- oder Hochquadrant-Arm nahe seiner Basis zu schwenken. Wenn der Arm zwischen Stop- und Freigabeposition wechselt, kippt er von oben nach unten, wobei das freie Ende einen viel kürzeren Bogen beschreibt. Die Drehachse sitzt ungefähr in der Mitte der Armlänge, daher wirkt das Signal wie eine Turnbewegung, was den Namen erklärt.

Der Hauptvorteil des Purzelbaum-Designs ist der minimale Platzbedarf oberhalb und neben dem Signalmast. Weil der Arm durch einen engeren Radius schwingt, kann er an beengten Stellen wie schmalen Einschnitten, unter Brückenunterkanten oder neben Bahnsteigkanten eingebaut werden, wo ein konventionelles Signal auf Hindernisse stoßen würde. Dies machte Purzelbaum-Signale auf Bahnen mit Platzmangel beliebt, besonders in städtischen Gebieten und auf älteren Strecken, wo die Infrastruktur vor modernen Freigabestandards gebaut worden war.

Das Ausgleichsgewicht ist normalerweise in einem Metallkasten untergebracht, der direkt am Arm auf der inneren Seite der Drehachse angebracht ist. Das Gewicht muss sorgfältig bemessen und positioniert werden, damit der Arm frei läuft und in beiden Positionen (Freigabe und Stop) sicher und ohne Drift stehen bleibt. Bei älteren Anlagen hielt manchmal ein mechanischer Sperrhebel den Arm gegen Vibrationen und Windkräfte, doch Designs mit Spannfedern wurden später üblich.

Betriebsmechanismus und Zuverlässigkeit

Wie alle Semaphorsignale wird das Purzelbaum-Signal durch ein Stahlseil oder eine Stange angetrieben, die mit einem Stellwerk verbunden ist. Die Verbindung muss die unterschiedliche Geometrie der mittigen Drehachse berücksichtigen: Wenn der Arm 90 Grad dreht, bewegt sich der Verbindungspunkt auf einer anderen Bahn als bei einem basis-gestützten Arm. Dieser geometrische Unterschied machte Nachrüstungen manchmal schwierig, weil die für einen Arm-Typ ausgelegte Mechanik nicht einfach auf den anderen übertragen werden konnte.

Purzelbaum-Signale sind von modernen Bahnen weitgehend verschwunden, verdrängt durch elektrische Lichtsignale, die keine beweglichen Arme benötigen und minimalen Platz an der Strecke brauchen. Wo sie noch existieren, handelt es sich meist um Denkmäler, Museumsexponate oder Relikte auf untergeordneten Nebenstrecken mit schwachem Verkehr. Verschleiß des Drehpunkts, Verschmutzung und Rostbildung an der Mittellinie sowie Abnutzung in der mechanischen Verbindung können zu Steifheit oder träger Bewegung führen. Viele Eisenbahnmuseen mussten diese Signale mit modernen Materialien und Lagertechnik neu aufbauen, um sie betriebsfähig zu halten.

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