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Bergbau und Gewinnung

Tributor

Englisch: tributor

Bergarbeiter, der einen prozentualen Anteil am Wert der von ihm gewonnenen Erze erhielt.

Tributor: Ein Bergmann, der nach Erzertrag bezahlt wird, nicht nach Lohn

Ein Tributor war ein Bergmann in einem Stücklohnsystem, typischerweise im Hartgesteinsabbau, der einen prozentualen Anteil am Wert der geförderten Erze erhielt statt eines festen Lohns. Dieses Modell war ab dem 18. Jahrhundert im Zinn- und Kupferbergbau Cornwalls verbreitet und hielt sich bis ins 20. Jahrhundert in manchen Betrieben. Der Tributor trug das Risiko und die Unsicherheit der Produktion: Wenn das Erz arm wurde oder die Schicht auslief, fiel das Einkommen deutlich. Wenn sich das Gelände als ergiebig erwies, konnte der Anteilsystem erhebliche Erträge bringen, manchmal mehr als Lohnarbeit gebracht hätte.

Die prozentualen Aufteilungen variierten je nach Grube und Vertrag. Übliche Verhältnisse in cornischen Betrieben waren 50-50 oder 60-40 Aufteilungen zwischen dem Bergmeister (der den Grubenbesitzer vertrat) und der Tributor-Gruppe, wobei es je nach Tiefe, Gesteinsart und Arbeitsbedingungen feinere Abstufungen gab. Ein Tributor arbeitete typischerweise in einem definierten Bereich oder Flöz und war für die gesamte Förderung aus diesem Gelände verantwortlich. Er beschaffte sich selbst Handwerkzeuge und organisierte oft die Arbeitsabfolge mit minimaler Beaufsichtigung, was ihn autonomer machte als einen besoldeten Bergmann, aber auch stärker dem Marktrisiko und geologischem Pech aussetzte.

Der Begriff selbst leitet sich von der Aufteilung von Tribut oder Gewinnanteil ab. Er unterschied sich von Tutworking, einem anderen cornischen System, bei dem Bergleute nach Klafter (eine Tiefeneinheit) bezahlt wurden statt nach Erzwert. Tributore arbeiteten neben Lohnbergleuten in denselben Gruben, und die beiden Klassen hatten unterschiedliche Rechtsstellung und unterschiedliche Ansprüche auf die Ressourcen der Grube. Das System schuf eine raue Meritokratie: geschickte, produktive Bergleute konnten sehr gut verdienen; erfolglose wechselten zu anderer Arbeit oder anderen Gruben.

Das Tributor-System ging zurück, als der Bergbau zunehmend mechanisiert wurde und Unternehmen ihre Arbeitskosten standardisieren und Streitigkeiten über Bewertungen minimieren wollten. Mitte des 20. Jahrhunderts waren die meisten Bergleute auf feste Löhne oder Gehälter mit Bonussystemen statt auf Stücklohn-Tributing angewiesen. Allerdings überlebten das Wort und das Konzept am längsten in kleinmaßstäblichen und handwerklichen Bergbauoperationen, und die Tributor-Struktur erscheint immer noch in Vertragsbergbau und unabhängigen Prospektionsvereinbarungen in manchen Rechtsgebieten.

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