Tributär
Englisch: tributer
Bergarbeiter, der in Form eines bestimmten Anteils der Erze oder ihres Wertes entlohnt wird.
Tributer: Bergarbeiter, der durch einen Anteil an seiner Ausbeute bezahlt wird
Ein Tributer ist ein Bergarbeiter, der nach einem Anteilsystem statt nach Festlöhnen beschäftigt wird. Statt eines täglichen oder wöchentlichen Lohns erhält der Tributer einen Prozentsatz des gewonnenen Erzes oder dessen Marktwert, das sogenannte Tributum. Diese Regelung verlagert einen Teil des finanziellen Risikos auf den Arbeitnehmer, kann aber hohe Produktivität und Fachkompetenz belohnen.
Das System entstand im Tiefbau, besonders bei der Zinn- und Kupfergewinnung in Cornwall und Devon, und besteht heute noch in manchen handwerklichen und kleineren Bergbauunternehmen. Ein Tributer schliesst typischerweise einen Vertrag zur Bewirtschaftung eines bestimmten Bereichs oder einer Parzelle ab, die der Grubenbesitzer abgrenzt. Der Tributer gewinnt dann Erz aus diesem Bereich und liefert es zur Verarbeitung und Bewertung ab. Nach der Bewertung erhält der Bergarbeiter einen vereinbarten Anteil, üblicherweise zwischen 20 und 50 Prozent, je nach örtlicher Praxis, Schwierigkeit des Gesteins und Marktbedingungen.
Wirtschaftlichkeit und Varianten
Das Tributsystem bot Flexibilität für Grubenbesitzer angesichts unsicherer Erzgehalte und Rohstoffpreise. In schlechten Zeiten zahlten sie weniger Gesamtlohnkosten; in produktiven Zeiten konnten Tributbergarbeiter erheblich mehr verdienen als Lohnarbeiter. Manche Betriebe nutzten Vertragstributsystem, bei dem ein einzelner Tributer ein kleines Team anstellte und einen Anteil an ihrer Quote behielt. Andere kombinierten Tributarbeit mit Tagelöhnen für notwendige Instandhaltungs- und Entwicklungsarbeiten, die nicht unmittelbar verkäufliches Erz brachten.
Das Modell führte zu Reibereien. Streitigkeiten entstanden über Erzbewertung, Gewichtsmessung und darüber, was als legitim gewonnenes Material gegenüber Abraum zählte. Schlechtverdienende Tributarbeiter verschuldeten sich oft bei dem Grubenhandel oder dem Vorschusssystem. Schwankende Metallpreise führten zu Einkommensschwankungen, die eine jährliche Planung erschwerten. Im Laufe des 20. Jahrhunderts nahm das reine Tributsystem zugunsten von Bonussystemen ab, die an Produktivität gebunden waren, doch das Wort besteht in Bergbaugemeinden als historische und kulturelle Referenz fort.