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Elektrotechnik

Ferngespräch

Englisch: trunk call

ein Ferngespräch, besonders eines, das von einer Zentrale vermittelt wird

Ferngespräch: Vermitteltes Ferngespräch über Telefonvermittlung

Ein Ferngespräch war eine Fernverbindung, die sich typischerweise über Städte oder Regionen erstreckte und Unterstützung durch einen Vermittler erforderte, um sie herzustellen und weiterzuleiten. Der Anrufer nahm den Hörer ab, erreichte den Ortsvermittler und forderte eine Verbindung zu einer entfernten Nummer an. Der Vermittler stöpselte die eingehende Leitung manuell in einen Fernleitungskreis, der an einer Vermittlungsstelle in der Ferne endigte, wo ein anderer Vermittler die Verbindung am Zielort herstellte.

Der Begriff Fernleitung leitet sich von der Rückgratarchitektur des Systems ab: Fernleitungen waren die primären Übertragungswege, die Telefonvermittlungsstellen über große Entfernungen verbanden und mehrere Gespräche gleichzeitig durch Zeit- oder Frequenzmultiplexing beförderten. Diese Leitungen waren kostbare Kapazität, unterschiedlich von den Ortsleitungen, die zu einzelnen Teilnehmern führten. Das Vermitteln eines Ferngespräches erforderte Vermittlerarbeit und beanspruchte eine Fernleitung für die Dauer des Gesprächs, was es teuer machte und somit typischerweise kürzer als Ortsverbindungen ausfiel.

Ferngespräche wurden nach Zeit und Entfernung abgerechnet. Ein dreiminütiges Ferngespräch zwischen Städten in den 1950er und 1960er Jahren konnte mehrmals so teuer sein wie ein Ortsgespräch. Nutzer planten Anrufe sorgfältig und sprachen schnell. Der Vermittler informierte den Anrufer, wenn die Zeit ablief, und die Gebühr sammelte sich in festen Schritten an, oft eine Minute. Diese Gebührenstruktur blieb in vielen Ländern bis in die 1980er Jahre bestehen, bevor automatische Wahl von Ferngesprächen Standard wurde.

Ablösung durch automatische Vermittlung

Die Direktwahl von Ferngesprächen, ermöglicht durch Vermittlungsautomaten für Ferngespräche (Automatische Fernnetz-Wahl), beseitigte die Notwendigkeit der Vermittlerbeteiligung in den 1960er und 1970er Jahren schrittweise. Allerdings blieb der Begriff Ferngespräch in britischem Englisch, australischem Englisch und indischem Englisch lange nach dem Verschwinden des Vermittlers bestehen. In nordamerikanischer Verwendung wurde stattdessen der Begriff long-distance call Standard, was die technische Verschiebung weg vom Fernleitungskonzept hin zu geschalteten Fernnetzen widerspiegelt.

Heute ist der Begriff in aktiver Telekommunikationsarbeit veraltet. Er bleibt in historischen Dokumentationen, Behördenunterlagen und im Vokabular pensionierter Telefoningenieure und Vermittler erhalten. Das zugrundeliegende Konzept der Fernleitungen bleibt architektonisch solide in modernen Netzen, obwohl die Abrechnung und Weiterleitung nun automatisch, für den Nutzer unsichtbar und nach völlig anderen Modellen bepreist sind.

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