SpracheEnglishDeutsch
Fertigung

Köper

Englisch: twill

Musterung mit charakteristischen diagonalen Rippen, entstehend durch regelmäßiges Verschränken von Ketten- und Schussfäden beim Weben.

Köper: Diagonalbindung, die Stoffe verstärkt

Köper ist eine Bindungsart, bei der die Schussfäden über zwei oder mehr Kettfäden laufen und dann unter einen, wodurch eine sichtbare Diagonallinie im Stoff entsteht. Anders als bei der Leinwandbindung, wo die Fäden abwechselnd oben und unten durchlaufen, erzeugt das gestufte Muster des Köpers Grate, die in einem 45-Grad-Winkel zur Webkante verlaufen. Diese versetzt angeordnete Verflechtung bindet den Stoff fester zusammen und macht Köperstoffe dichter und haltbarer als gleichwertige Leinwandbindungen.

Die Diagonalrippe im Köper ist keine oberflächliche Verzierung, sondern die mechanische Folge der Webbewegung. Mit jedem Schussgang rückt die Verflechtungsstelle um einen Faden vor, und das Auge nimmt eine durchgehende Schrägline wahr. Der Winkel und die Ausprägung dieser Linien hängen vom Fadendurchmesser, der Fadendichte und dem Verhältnis der Über-Unter-Gänge ab. Ein 2/1-Köper (zwei über, einer unter) ergibt eine steilere Diagonale als ein 3/1. Die Richtung kann je nach Einzug links oder rechts verlaufen, und Stoffe werden oft nach ihrem Köperwinkel bezeichnet: eine 45-Grad-Linie ist Standard.

Köper findet sich in einer breiten Palette von Industrie- und Verbrauchertextilien. Robuste Arbeitskleidung, Denim und Baumwollcanvas setzen alle auf Köperbindungen, weil die Struktur besser gegen Reißen und Ausfransen widersteht als Leinwandbindung. Das gleiche Prinzip gilt für Leinen, Wolle und Kunstfasern. In Technischen Textilien wird Köper in Verbundwerkstoffen und verstärkten Stoffen verwendet, wo die Diagonalverflechtung Spannungen gleichmäßiger über das Material verteilt. Atlasbindung, oft mit Köper verwechselt, schafft eine glattere Oberfläche durch längere Fadenschläge und dient anderen Zwecken, typischerweise der Optik statt der Festigkeit.

Die enge Struktur, die dem Köper seine Festigkeit verleiht, kann unter bestimmten Bedingungen zum Nachteil werden. Die Diagonalrichtung erzeugt eine von Natur aus schwache Stelle entlang der Köperlinie; der Stoff kann bei Belastung bevorzugt entlang dieses Pfads reißen. Köper nimmt Feuchtigkeit auch ungleichmäßig entlang der Diagonale auf und gibt sie ab, was bei Naturfasern zu ungleichmäßiger Schrumpfung führt. Richtige Ausrüstung und Vorschrumpfung sind für Bekleidung und Polsterstoffe notwendig, um zu verhindern, dass der Stoff nach dem Waschen oder Gebrauch entspannt und seine scharfe Definition verliert.

Der Name Köper stammt vom Mittelhochdeutschen köper, was zweifach oder doppelt bedeutet und sich auf die doppelte Verflechtung bezieht. Der Begriff ist in der Weberei seit mindestens 500 Jahren gefestigt und taucht konsistent in Webtradionen auf. In der Weberei wird Köper nach Fadendichte, Fasergehalt und Gewicht kategorisiert, üblicherweise ausgedrückt in Unzen pro Quadratyard für Bekleidung oder Gramm pro Quadratmeter für Technische Qualitäten. Webereien geben Köper nach Verhältnis und Richtung an, damit Käufer einen konsistenten Stoff für ihre Anwendung erhalten.

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