Typometrie
Englisch: typometry
Druck von Karten oder Zeichnungen mit beweglichen Schriftzeichen.
Typometrie: Kartografie mit Metall-Lettern
Typometrie ist die Praxis, kartografische oder technische Zeichnungen mit beweglichen Metall-Lettern und Zierlinien herzustellen, anstatt sie zu gravieren oder lithografisch zu drucken. Der Drucker arrangiert einzelne Typen, Zeilen und dekorative Bordüren, um Linien, Formen und Text direkt auf dem Druckstein oder der Druckform aufzubauen und erschafft so ein vollständiges Bild, das danach gedruckt werden kann. Diese Methode war im neunzehnten Jahrhundert am häufigsten anzutreffen, besonders bei Eisenbahnkarten, statistischen Diagrammen und kleinformatigen Schemazeichnungen, wo die Präzision der Gravur nicht notwendig war, aber die Geschwindigkeit und Flexibilität der Schriftsatz-Komposition praktische Vorteile bot.
Das Verfahren stützt sich auf die gleichen grundlegenden Werkzeuge wie der Buchdruck: die Schriftkassette, die Winkelhake und die Satzbrett. Ein Setzer baut die Karte auf, indem er Lettern vertikal, horizontal und in Winkeln setzt und dünne Metalllinien, Bordürenverzierungen und manchmal gegossene geometrische Formen verwendet, um Grenzen, Gitter und dekorative Rahmen zu definieren. Ziffern, Buchstaben und Symbole füllen Beschriftungen, Koordinaten und Bezugszeichen. Der gesamte zusammengesetzte Satz wird fest in den Druckrahmen eingespannt und als ein Druck gedruckt; Korrektionen oder Änderungen erfordern mühsame Teil- oder Komplettdemontage.
Typometrie funktionierte am besten bei Karten mit spärlichen Details, klarer geometrischer Struktur oder überwiegend textlichem Inhalt. Eine Eisenbahnkarte, die Bahnhöfe und Kreuzungsnamen zeigte, war für das Verfahren gut geeignet; eine topografische Karte mit Höhenlinien und schattierten Gelänteformen war es nicht. Die Qualität des resultierenden Bildes hing ganz von der räumlichen Vorstellung des Druckers und der Gleichmäßigkeit der Letternhöhe und Liniendicke ab. Unregelmäßige Grundlinie, unausgerichtete Linien oder Lettern, die zu hoch oder zu tief in der Form saßen, würden auf dem gedruckten Blatt zu einer verschwommenen oder unterbrochenen Linie führen.
Name und Niedergang
Der Begriff verbindet typo, was Lettern bedeutet, mit dem Suffix -metrie, das Messung oder Beschreibung durch Linie und Form bezeichnet. Es war nie eine Mainstream-Methode und der Name selbst erscheint selten in der historischen Druckliteratur, was darauf hindeutet, dass er ein spezialisierter Fachbegriff unter Setzern blieb und kein Industriestandard war. Der Aufstieg der Fotogravur und später der Fotolithografie im späten neunzehnten Jahrhundert machte die Typometrie überflüssig; diese fotomechanischen Verfahren waren schneller, genauer und erforderten keine qualifizierte manuelle Schriftsatzarbeit für komplexe grafische Arbeiten.
Typometrie überlebt heute nur noch in historischen Beispielen und in der Arbeit zeitgenössischer Druckpraktiker, die sie gelegentlich als experimentelle oder künstlerische Technik neu aufleben lassen. Sie bleibt ein lebendiges Beispiel dafür, wie Drucker bestehende Werkzeuge an neue Probleme anpassten, bevor die Mechanisierung des Schriftsatzes und die chemische Bildvervielfältigung die manuelle Komposition vollständig ablösten.