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Drucktechnik

Planographie

Englisch: planography

Eine Drucktechnik von einer ebenen Fläche, im Gegensatz zu erhabener oder vertiefter Oberfläche.

Planografie: Druck von einer ebenen, chemisch präparierten Oberfläche

Planografie ist ein Druckverfahren, bei dem Bild- und Nichtbildbereiche in einer Ebene liegen und sich nur durch ihre chemischen Eigenschaften unterscheiden, nicht durch physische Erhebungen oder Vertiefungen. Die Druckoberfläche ist weder erhaben wie beim Letterpress noch vertieft wie bei der Tiefdruckstechnik, sondern durchgehend flach. Die häufigste und industriell bedeutsamste Form ist die Lithografie, bei der ölbasierte Farbe an fettigen Bildbereichen haftet, während wässrige Feuchtwasserlösung die Nichtbildbereiche abweisend gegen Farbe hält.

Der Begriff leitet sich vom Griechischen planos (flach) und graphia (Schrift oder Zeichnung) ab. Im Gegensatz zum Hochdruck, bei dem unerwünschtes Material entfernt wird, oder zum Tiefdruck, bei dem Farbe in vertiefte Linien eindringt, beruhen Planografieverfahren auf der gegenseitigen Abstoßung von Öl und Wasser. Die traditionelle Lithografie verwendet Kalkstein oder speziell strukturierte Aluminiumplatten; der Künstler zeichnet mit einer fettigen Lithografiekreide, dann fixiert eine chemische Behandlung das Bild und präpariert die leeren Flächen, um die Farbe beim Drucken abzuweisen.

Der moderne Planografiedruck wird von der Offsetlithografie dominiert, bei der sich das Bild von einer behandelten Metallplatte auf eine Gummibahn überträgt, die es dann auf das Papier überträgt. Dieser indirekte Weg bietet erhebliche Vorteile: Die Gummioberfläche passt sich unebenen Unterlagen an, reduziert den Plattenverschleiß und ermöglicht den Druck auf rauen Materialien. Der Großteil des kommerziellen mehrfarbigen Drucks, von Verpackungen bis zu Zeitungen, stützt sich auf Offsetlithografie, obwohl das Verfahren eine sorgfältige Kontrolle des Farb-Wasser-Verhältnisses erfordert.

Da die Planografieverfahren auf chemischen und nicht auf mechanischen Unterscheidungen beruhen, ist die Bildqualität stark empfindlich gegen Wassergehalt, Farbviskosität und Temperatur. Zu viel Wasser führt dazu, dass die Nichtbildbereiche Farbe annehmen; zu wenig Wasser verursacht Emulgierung und Ausbreitung. Erfahrene Maschinenführer überwachen und passen die Feuchtwasserzusammensetzung während der Produktionsläufe ständig an. Moderne Druckmaschinen sind mit Leitfähigkeitsmessern und automatischen Feuchtsystemen ausgestattet, um enge Toleranzen einzuhalten.

Planografie liegt zwischen der Präzision des Tiefdrucks, der feine Details reproduzieren kann, aber teuer in der Einrichtung ist, und der Einfachheit des Flexodrucks, der schnell geht, aber begrenzte Tonwertumfang bietet. Sie bleibt das bevorzugte Verfahren für Kunstdrucke, hochwertige kommerzielle Reproduktionen und Anwendungen, bei denen sowohl Geschwindigkeit als auch Bildtreue wichtig sind. Die digitale Plattenbebilderung hat die Einrichtung schneller und wiederholbarer gemacht, obwohl sich die grundlegende Chemie des Verfahrens seit Alois Senefelders Erfindung um 1796 kaum geändert hat.

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