Abraumbeseitigung
Englisch: untopping
Entfernung der Abraumschichten eines stillgelegten Bergwerks, um den wirtschaftlichen Betrieb fortzusetzen.
Untopping: Abbau von Abraum zur Wiedererschließung einer abgebauten Flözlage
Untopping ist die selektive Entfernung von Abraum, Gestein ohne Mineralgehalt, Boden und anderem nicht verwertbarem Material von einer früher abgebauten Lagerstätte, um vergrabene Erz- oder Mineralvorkommen freizulegen, deren Gewinnung wieder wirtschaftlich rentabel wird. Der Begriff wird am häufigsten im Kohlebergbau verwendet, wenn ein flaches Flöz, das vor Jahrzehnten abgebaut wurde, unter aufgehäuftem Bergematerial oder verwitterter Deckschicht liegt. Wenn Rohstoffpreise steigen oder sich die Abbautechnik verbessert, können Betreiber sich dafür entscheiden, diese Deckschicht zu entfernen, statt die Ressource aufzugeben.
Die Arbeit unterscheidet sich von den anfänglichen Abbauarbeiten dadurch, dass die Geometrie und Stratigraphie bereits aus historischen Bergbauunterlagen und sichtbaren geologischen Merkmalen bekannt sind. Ein alter Grubenumriss, selbst wenn er mit Vegetation bedeckt oder teilweise verfüllt ist, bestimmt den Umfang der Entfernung. Typische Tiefenangaben schwanken: In Anthrazitregionen können beim Untopping 15 bis 30 Fuß Abraum entfernt werden, um Flöze von 6 bis 12 Fuß Mächtigkeit freizulegen; im westlichen Tagebau für Kohle kann das entfernte Deckgestein über 100 Fuß betragen. Die Wirtschaftlichkeit hängt von Flözmächtigkeit, Kohlequalität, Nähe zu bestehender Infrastruktur und Nähe zu Deponiestandorten ab.
Verfahren und Einschränkungen
Untopping setzt auf Standard-Tagebaugeräte: Doppelschaufelgebisse, Elektroschanzer oder große Hydraulikbagger, wobei das Material zu externen Halden oder zur Verfüllung an anderer Stelle des Grundstücks transportiert wird. Eine kritische Einschränkung ist die Lage des neuen Bergestapels in Bezug auf den ursprünglichen Störungsbereich und auf Gewässer. Untopping-Standorte unterliegen oft strengerer behördlicher Überwachung als Brownfield-Bergbau, da das Gebiet Vorgeschichte hat, stabilisierte Oberflächennutzung oder Nähe zu Bauwerken und Brunnen aufweist, die während des ursprünglichen Betriebs gebohrt wurden. Umweltbasisbedingungen, Bodenbedeckung, Vegetation und Entwässerungsmuster müssen dokumentiert werden, und Sanierungspläne müssen die neue Störung sowie jede Sanierung des ursprünglich abgebauten Bereichs berücksichtigen.
Der Begriff spiegelt eine spezifische industrielle Verwendung wider: Der Rand der alten Grube war einmal die oberste stabile Oberfläche; beim Untopping wird bildlich die aufgelaufene obere Schicht entfernt oder abgetragen, um die darunter liegende Kohle oder das Erz wiederzuentdecken und abzubauen. Diese Fachsprache trat nach den 1980er Jahren besonders im Kohlebergbau der Appalachen auf, als steigende Kraftwerkskohlepreise und verbesserte Ausrüstungen die Wiederaufnahme abgebauter Flöze wirtschaftlich machten. Sie bleibt in Genehmigungsanträgen, Rekultivierungsplänen und technischen Bergbauberichten in den östlichen Vereinigten Staaten verbreitet.