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Bergbau und Gewinnung

Mittelstempel

Englisch: midfeather

Stütze für die Mitte eines Tunnels.

Mittelstempel: Holzstütze, die das Tunneldach hält

Ein Mittelstempel ist eine senkrecht oder nahezu senkrecht stehende Holzstütze in der Mittellinie oder nahe der Mittellinie eines Tunnels, die das Gewicht des Dachs oben trägt. Im Hartgesteinsbergbau, wo Tunnel durch Gestein aufgefahren werden, erzeugt das Gewicht des ungestützten Gesteins über dem Arbeitsbereich unmittelbare Einsturzgefahr. Der Mittelstempel, typischerweise ein vierkantiger Holzpfahl mit 15 bis 30 cm Durchmesser, steht auf dem Tunnelboden und stützt sich direkt gegen das Dach ab, wobei er die Last über seine Länge nach unten überträgt und dann in den Untergrund leitet.

Der Begriff erscheint vor allem in älteren Bergbauunterlagen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, besonders im Metallbergbau in Großbritannien und Nordamerika. Der Mittelstempel arbeitete zusammen mit Seitenstempeln und Ausbaulattung (Holzbretter) als temporäres oder halbfestes Dachstützsystem. War der Tunnelquerschnitt breit, stellten Bergleute einen Mittelstempel in der Mittellinie und zusätzliche Stempel an den Seiten auf. Diese Anordnung ermöglichte die Arbeit an der Strecke, während der Tunnel mit Stein oder Ziegeln ausgebaut wurde.

Woher der Name "Mittelstempel"

Die Herkunft des Namens ist unklar, geht aber wahrscheinlich auf die Position des Holzes in der Mitte der Spannweite und seine Funktion als Keil zurück, der das Gewicht hält, ähnlich wie eine Feder etwas Balanciertes stabilisieren könnte. Regionale Varianten waren Mittelpfahl, Firstpfahl und einfach Mittelpfosten. Der Begriff wird heute kaum noch verwendet; moderner Tunnelbau setzt auf Ankerbohren, Spritzbeton und Stahlausbauten anstelle von Holztemporärausbauten.

Ein Mittelstempel stand unter Druck von oben und musste sowohl vertikale Quetschung als auch Seitwärtsbewegung bei Gesteinsversatz widerstehen. Holzstempel würden oft reißen, spalten oder versagen, wenn die Gesteislast unerwartet zunahm oder wenn wassergesättigtes Holz an Festigkeit verlor. Bergleute beobachteten Anzeichen für Quetschung oder Verformung und wechselten fehlerhafte Stempel regelmäßig aus. In nassen Strecken konnte die Lebensdauer eines Holzstempels nur wenige Wochen betragen.

Das Aufstellen und Instandhalten von Mittelstempeln war Aufgabe des Ausbauzugs, der sich vom Ortsmann unterschied, der das Gestein aufbrach. Diese Spezialisierung spiegelte die kritische Sicherheitsrolle dieser Stempel wider; schlechter Ausbau war eine direkte Ursache für Abstürze und Verschüttungen. Die Kosten und der Arbeitsaufwand für Holzausbau waren ein erheblicher Teil der Tunnelbaukosten und trieben frühe Versuche mit Stahlstempeln und später den Wechsel zu Ankerbohren und bewehrtem Spritzbeton voran.

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