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Kfz-Technik

V2G

Abkürzung für Vehicle-to-Grid-Technologie.

V2G: wenn dein Auto zum Kraftwerk wird

V2G steht für Vehicle-to-Grid, ein System, das es einem Elektrofahrzeug (EV) ermöglicht, gespeicherte Energie zurück ins Stromnetz abzugeben. Der Autobatterie wird zur temporären Energiespeicheranlage. Ein bidirektionales Ladesystem, installiert zu Hause oder an einer öffentlichen Ladestation, steuert den Stromfluss in beide Richtungen. Bei Spitzenlast oder steigenden Strompreisen gibt das Fahrzeug Leistung an das Netz ab. Bei niedriger Nachfrage und günstiger Elektrizität lädt es auf.

Die technische Grundlage besteht aus einer geladenen EV-Batterie (typisch 40 bis 100 kWh in einem modernen Auto), einem kompatiblen Bordlader, der AC- oder DC-Bidirektionalladung unterstützt, und Kommunikationsprotokollen wie ISO 15118, die es dem Auto und dem Netz ermöglichen, Spannung, Strom und Dauer auszuhandeln. Der Netzbetreiber oder eine Aggregator-Software koordiniert viele Fahrzeuge gleichzeitig, um Lastausgleich und Frequenzregelung zu verwalten, ohne Hardware von einzelnen Batterien oder Ladern zu überlasten.

Warum das für die Stromversorgung wichtig ist

Millionen geparkter EVs stellen verteilte Energiespeicher dar. In Regionen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien absorbiert V2G überschüssige Wind- oder Solareinspeisung in Schwachlastzeiten und gibt sie zu Spitzenlastzeiten ab, was den Bedarf an Kohle- oder Gaskraftwerken verringert. Netzbetreiber gewinnen eine flexible Lastressource, auf die sie innerhalb von Minuten zugreifen können. Netzbetreiber nutzen V2G, um Frequenzabweichungen auszugleichen, die sonst laufende Reservegeneratoren erfordern würden.

Der Nachteil ist die Batteriedegradation. Jeder Lade-Entlade-Zyklus, besonders tiefe Entladungen, verkürzen die Batterielebensdauer. moderne EV-Batterien halten tausende Zyklen aus, aber kontinuierliches V2G altert sie schneller als einseitiges Laden. Hersteller beschränken oft die Entladetiefe oder limitieren, welche Batteriezellen an V2G teilnehmen. Versicherung, Haftung für Hardwarefehlern und Tarifstrukturen sind in den meisten Jurisdiktionen ungeklärt, was die praktische Umsetzung verlangsamt.

V2G-Einführung hängt von standardisierten Steckern (CCS in Europa und Nordamerika, CHAdeMO historisch in Japan), Fahrzeugsoftware mit bidirektionalem Laden und lokaler behördlicher Genehmigung ab. Japan hat kommerzielle V2G-Systeme Vorreiter gemacht; Europa und Nordamerika bauen Pilotprojekte auf. Der Wert pro Fahrzeug für das Netz liegt bei etwa USD 500 bis 1500 jährlich unter günstigen Bedingungen, aber Netzeffekte machen die Investition für Netzbetreiber lohnend, die die Variabilität erneuerbarer Energien bewältigen.

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