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Drucktechnik

Varitypen

Englisch: varitype

Druckmaterial mit einer entsprechenden Maschine aufzubereiten.

Varitype: mit einer Proportionalschrift-Maschine setzen

Varitype bedeutet, Text mit einer Varityper zu setzen und zu drucken. Die Varityper ist eine elektrische Schreibmaschine mit Proportionalschrift, die druckfertige Kopien erzeugt. Im Unterschied zu Standard-Schreibmaschinen, bei denen jedes Zeichen die gleiche Breite hat, vergibt die Varityper schmale Abstände für dünne Buchstaben wie i und größere Abstände für m und w. Das Ergebnis ähnelt echter Satzschrift. Die Maschine war von den 1930er bis 1980er Jahren in Druckereien, Werbeagenturen und technischen Abteilungen weit verbreitet. Sie ermöglichte professioneller aussehende Dokumente als gewöhnliches Tippen, kostete aber deutlich weniger als die Arbeit einer Setzerei.

Die Varityper nutzt austauschbare Typenkörbe oder Typenkörper, von denen jeder einen kompletten Schriftsatz in einer einzigen Größe und Ausführung trägt. Der Operator kann die Körper wechseln, um die Schriftart mitten im Dokument zu ändern, ohne das Papier zu entnehmen. Das war ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Schreibmaschinen. Die Maschine verfügt über einen Proportionalschrift-Mechanismus, der den Schlitten je nach gedrückter Taste unterschiedlich weit vorschiebt. Diese mechanische Logik wurde durch Nocken und Schaltmechanismen gesteuert, die jedes Zeichen erkannten und das Papier entsprechend vorschoben.

Gängige Varianten und Arbeitsablauf

Zwei Hauptserien der Varityper erfüllten unterschiedliche Anforderungen. Display-Modelle erzeugten größere Schrift für Überschriften und Broschüren, während Text-Modelle Fließtext und Korrespondenz lieferten. Einige Ausführungen hatten integrierte Farbbandsysteme für scharfe Drucke, andere nutzten Stoffbänder. Operatoren klebten die gesetzten Spalten mit einer Wachsfeuchte zusammen, um Montageboards für fotografische Vervielfältigung vorzubereiten. Das Ergebnis war sauber genug, dass es oft ohne weitere Korrekturen direkt zur Plattenerstellung gehen konnte. Das machte den Prozess schneller und günstiger als das Verschicken von Manuskripten an eine Setzerei.

Varitype-Arbeit erforderte Geschick beim mechanischen Aufbau und Verständnis für Abstände und Ausschließungsgrenzen. Der Proportionalschrift-Mechanismus ermöglichte keine echte Blocksatzjustierung auf eine feste Zeilenlänge, daher mussten Operatoren Zeilenumbrüche planen und gelegentlich Abstände per Hand anpassen. Verschleiß an Typenkörpern und Vorschubbaugruppen konnte zu ungleichmäßigen Druckbildern führen, wenn nicht sorgfältig gewartet wurde. Mit der Ankunft von Fotosatz und frühen digitalen Satzmaschinen in den 1970er und 1980er Jahren sank die Nachfrage nach Varitype-Arbeit drastisch. Einige Betriebe setzten die Praxis bis in die 1990er Jahre fort, für spezielle Aufträge, bei denen das Aussehen bevorzugt wurde oder Investitionen in neuere Systeme noch nicht wirtschaftlich gerechtfertigt waren.

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