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Drucktechnik

Siebdruck

Englisch: screen print

Ein Druck, der durch Siebdruckverfahren hergestellt wird.

Siebdruck: Farbe wird durch ein Netzsieb mit Schablone auf Stoff oder Bedruckstoff gepresst

Beim Siebdruck wird ein Motiv auf einen Bedruckstoff übertragen, indem Farbe durch ein offenes Maschensieb gepresst wird. Das Sieb ist so abgedeckt, dass Farbe nur durch die Musterflächen dringt und eine scharfe, deckende Schicht erzeugt. Das Verfahren funktioniert auf Stoff, Papier, Kunststoff, Holz, Metall und Keramik und ist daher grundlegend für die Textildekoration, Beschriftung und Produktion von Dekorationswaren.

Der Bedruckstoff wird flach gegen das Sieb gehalten, das auf einem beweglichen oder pneumatischen Arm montiert ist. Eine Rakel (Gummilippe) wird unter einem konstanten Winkel von typischerweise 45 bis 60 Grad über das Sieb gezogen und presst die Farbe durch das offene Maschenwerk auf das Material darunter. Das Sieb wird angehoben, der Bedruckstoff entfernt und der Prozess wiederholt sich. Die Druckgeschwindigkeit reicht von manuellen Einzelstationen (50 bis 100 Drucke pro Stunde) bis zu automatisierten Karussells, die hunderte pro Stunde an mehreren Stationen drucken.

Siebdrucke zeigen charakteristische Qualitäten: flächige, gleichmäßige Farbblöcke; begrenzte Farbregistrierung bei Einstiegsgeräten; hervorragende Farbhaftung durch das große Farbvolumen; und Dauerhaftigkeit auf ordnungsgemäß ausgehärteten Kleidungsstücken. Mehrfarbdruck erfordert entweder separate Siebe für jede Farbe (sequenziell bedruckt) oder komplexere Techniken wie Nass-in-Nass-Druck oder spezielle Separationen. Rastersiebe können Volltöne simulieren, wobei die Rasterpunkte unter Vergrößerung sichtbar sind.

Maschenwerk und Schablonensysteme

Die Maschenweite, gemessen in Fäden pro Zoll (typischerweise 60 bis 400 TPI), bestimmt die Detailauflösung und Farbschichtdicke. Feineres Maschenwerk (60, 110 TPI) gibt starke Farbmengen für grobe Arbeiten und Textilien; feineres Maschenwerk (200, 400 TPI) ermöglicht feinere Details für Plakate und Etiketten. Die Schablone wird durch Fotobelichtung einer Fotoemulsionsschicht auf dem Sieb erzeugt und bleibt bis zur chemischen Regeneration dauerhaft.

Häufige Probleme sind Farbverlauf unter den Schablonenrändern (verursacht durch übermäßigen Druck, stumpfe Rakel oder zu feines Maschenwerk für die Viskosität), ungleichmäßige Schichtdicke und Abstände ohne Kontakt, die Geisterbilder erzeugen. Die Farbe muss sorgfältig auf den Bedruckstoff abgestimmt werden: Textilfarben unterscheiden sich grundlegend von Papierfarben in der Aushärtung und dem Griff. Umweltbedenken konzentrieren sich auf die Entsorgung von Emulsionen und das Lösungsmittelwaschen, was in manchen Betrieben zur Einführung von wasserlöslichen Emulsionen führt.

Siebdruck bleibt wirtschaftlich überlegen gegenüber Digitaldruck ab Auflagen von etwa 50 bis 100 Stück, wo die Rüstkosten auf die Auflage verteilt werden. Es ist das dominierende Verfahren für bedruckte T-Shirts, Sportbekleidung und Werbeware weltweit. Die Terminologie spiegelt den Mechanismus wider: Das Motiv wird buchstäblich durch ein gewebtes Sieb gedruckt, was es von Lithografie, Digitaldruck oder Direct-to-Garment-Verfahren unterscheidet.

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