Auswaschung
Englisch: washout
Stelle in einem Bergwerk, wo Erz durch Wasserstrom fortgespült wurde.
Auswaschung: Wo Wasser den Erzkörper zerstört hat
Eine Auswaschung ist eine Hohlraum oder Leerzone in einer Lagerstätte, in der Grundwasserströmung Erz und umgebendes Gestein gelöst, erodiert oder weggetragen hat. Sie zeigt sich im geologischen Befund als auffällige Abwesenheit, eine Zone, in der der erwartete Erzgehalt scharf abfällt oder ganz verschwindet. Auswaschungen entstehen auf natürliche Weise über geologische Zeiträume in Bergbaubetrieben, die in Sedimentär- oder verwitterten Lagerstätten arbeiten, und sie schaffen echte Probleme für Grubenplanung und Erzabrechnung.
Der Mechanismus ist geradlinig: Wasser bewegt sich entlang von Rissen, Schichtflächen und durchlässigen Zonen im Erzk√∂rper. Wenn das Erz oder das umgebende Gestein löslich ist oder schwach verfestigt ist, löst das Wasser es auf oder transportiert es weg und hinterlässt eine Tasche aus Bergematerial, Ton oder Hohlraum. Eisenoxiderze, Kupferkarbonate und salzhaltige Formationen sind besonders anfällig. Die Größe einer Auswaschung kann von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern reichen, und sie kann sich über tens von Metern entlang eines Entwässerungspfads erstrecken.
Auswaschungen werden während des aktiven Bergbaus entdeckt, meist durch Bohrkernloggung oder Aufschlussaufnahme. Ihre Grenzen sind oft scharf und unregelmäßig. In Tagebauen erschweren sie Abraum- und Erzplanungsberechnungen. Im Untertagebau schaffen sie Zonen mit lockerem Material, das einstürzen oder selektive Bergebehandlung erfordern kann. Die Abschätzung des Erzverlusts wird unsicher, weil sich das wahre Ausmaß einer Auswaschung möglicherweise erst offenbart, wenn der Abbau schon um mehrere Meter vorangekommen ist.
Der Begriff stammt aus der buchstäblichen Auswaschung von Erz durch Wasserwirkung. In historischen Hart- und Schwemmerzoperationen erkannten Bergleute, dass natürliche Wasserentwässerung Zonen mit fehlendem oder minderwertigem Material schuf. Das Wort ist in Gebrauch geblieben, weil das Phänomen häufig genug und schädlich genug ist, um in der Bergbaugeologie und Produktionsplanung einen eigenen Namen zu rechtfertigen.
Auswaschungen unterscheiden sich von anderen Hohlräumen durch ihren kausalen Ursprung: Sie sind erosiv, nicht strukturell. Ein Strophenhohlraum oder ein Grubenbruch erzeugt einen Hohlraum, aber nicht unbedingt eine Auswaschung. Zu verstehen, ob ein Hohlraum eine Auswaschung ist oder einen anderen Ursprung hat, ist wichtig für die Grubenentwässerungsstrategie, sichere Zugänglichkeit und Erzgewinnungsplanung.