Wetterschacht
Englisch: wind road
Ein unterirdischer Weg zur Belüftung eines Bergwerks.
Wetterstrecke: der Atemweg eines aktiven Bergwerks
Eine Wetterstrecke ist eine gezielt angelegte unterirdische Passage, die Frischluft durch ein Bergwerk führt. Im Gegensatz zu Förderstrecken oder Personenverkehrswegen dient sie ausschließlich dazu, Luft vom Bergwerkseingang zu den Arbeitsflächen und zurück durch die Abwetterungen zu transportieren. Der Begriff stammt aus der Zeit, als Bergwerke klein genug waren, dass eine einzige Strecke mehrere Funktionen erfüllen konnte. Mit dem Wachstum der Betriebe und gestiegenen Anforderungen an die Bewetterung wurden spezielle Wetterstrecken zur unverzichtbaren Infrastruktur, getrennt von den Verkehrswegen.
Die einfachsten Wetterstrecken sind vergrößerte natürliche Spalten oder absichtlich erweiterte Abschnitte alter Grubenbaue, abgedichtet und so ausgerichtet, dass sie die Wetterzufuhr lenken. In größeren modernen Bergwerken kann eine Wetterstrecke eine teilweise oder vollständig ausgebaute Passage mit Beton oder Holzausbau sein, dimensioniert um den Luftwiderstand zu minimieren, während der Grubenlüfter die Luft durch das System drückt oder saugt. Der Querschnitt ist entscheidend: Zu eng und der Lüfter muss härter arbeiten, verbraucht Energie und erzeugt Wärme; zu groß und die Luft bewegt sich langsam, verliert ihre Kühlwirkung, bevor sie die Arbeitsflächen erreicht.
Konstruktion und Instandhaltungsherausforderungen
Eine Wetterstrecke muss Wasseransammlungen vermeiden, die den Luftfluss stören und tote Zonen schaffen. Sie muss von Nachbruch und Dachschutt freigehalten werden, der sich durch Vibrationen und Gebirgsbewegungen ansammelt. Undichtigkeiten an den Rändern, besonders durch alte Grubenbaue, die mit der Hauptpassage verbunden sind, können erhebliche Luftmengen umleiten und die Bewetterungswirksamkeit verringern. In tiefen Bergwerken mit hohen Temperaturen kann die Wetterstrecke selbst gekühlt oder isoliert werden, je nachdem ob Wärmeverlust oder Wärmespeicherung gewünscht ist.
Die Luftströmungsrichtung in einer Wetterstrecke folgt der Bewetterungsstrategie des Bergwerks: Zuströmstrecken führen Frischluft vom oberirdischen Eingang zu den tiefsten Arbeitsflächen, während Abwetterungen belastete Luft und Wärme zurück zum Ausgang transportieren. Manche Bergwerke nutzen eine einzelne Wetterstrecke als Zuführung und verlassen sich auf separate Abwetterungen; andere unterhalten parallele Zu- und Abströmstrecken, um Vermischung und tote Zonen zu begrenzen.
Wetterstrecken sind auf den amtlichen Grubenkarten eingezeichnet und ihr Zustand wird bei regelmäßigen Bewetterungsprüfungen dokumentiert. Verstopfungen oder Einstürze können kostspielige Umroute oder vorübergehende Sperrung betroffener Abschnitte erfordern. In stillgelegten Bergwerken gehören Wetterstrecken oft zu den ersten Elementen, die einstürzen oder volllaufen, zerstören das ursprüngliche Bewetterungsnetz und schaffen ernsthafte Gefahren bei späteren Wiederfahrtsarbeiten.