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Bahntechnik

Wassersäule

Englisch: water column

Säule neben einem Eisenbahngleis zum Auffüllen des Wasserspeichers einer Dampflokomotive.

Wassersäule: Wasserversorgung für Dampflokomotiven am Gleis

Eine Wassersäule ist eine fest installierte Struktur neben dem Eisenbahngleis, die üblicherweise 3,5 bis 5 Meter hoch ist, einen Wasservorrat hält und diesen an vorbeifahrende Dampflokomotiven abgibt. Die Lokomotive nähert sich der Säule mit reduzierter Geschwindigkeit, ein Lokführer schwenkt einen beweglichen Arm oder einen flexiblen Schlauch von der Seite des Kessels herunter, und Wasser fließt durch die Schwerkraft in den Tank der Lokomotive. Die Säulen waren unverzichtbare Infrastruktur auf Strecken mit großen Entfernungen zwischen den Wasserstellen.

Das Grunddesign besteht aus einem senkrechten Rohr, das durch Holz- oder Stahlstützen gestützt wird und oben mit einem Tank oder einer Zisterne bekrönt ist, die je nach Verkehrsaufkommen der Linie und Entfernung zur nächsten Wasserstelle zwischen 2.000 und 7.600 Litern fassen konnte. Der Ausleger, auch Steigrohr oder Wasserspeier genannt, hing in Kesselhohe waagerecht und schwenkte nach unten, wenn sich die Lokomotive näherte. Sobald der Schlauch angebracht war, floss das Wasser weiter, bis die Lokbesatzung durch ein Pfeifensignal oder Handzeichen mitteilte, dass der Tank voll war.

Wassersäulen standen in regelmäßigen Abständen entlang von Hauptstrecken, üblicherweise in Abständen von 24 bis 64 Kilometern je nach Verbrauch der Lokomotive und Wasserverfügbarkeit. Sie waren häufig bei Bahnhöfen, Verzweigungen oder in ländlichen Gegenden angebracht, wo Grundwasser gepumpt oder gesammelt werden konnte. In Winter in kalten Klimazonen war Frostschaden ein ständiges Problem, das beheizte Tanks oder Abflussventile erforderte, um zu verhindern, dass Eisbildung das Steigrohr blockierte oder die Zisterne platzte.

Betrieb und Ausfallarten

Eine schlecht funktionierende Wassersäule konnte Güterzüge und Personenzüge erheblich verzögern. Verschmutztes oder sedimentbelastetes Wasser beschädigte Kesselrohre und Siebe, langsame Füllgeschwindigkeit bedeutete lange Halte, und mechanisches Verklemmen des Steigrohrs konnte Besatzungen dazu zwingen, anderswo Wasser zu suchen oder Eimer von Hand zu füllen. Lokführer lernten schnell, welche Säulen zuverlässig waren und welche man meiden sollte. Die Säule brauchte auch regelmäßig Wartung: Kontrolle der Tankauskleidung, Austausch korrodierter Rohre und Nachfüllen aus Brunnen oder mit Pumpen.

Wassersäulen blieben während der gesamten Dampflokomotiven-Ära in Betrieb und wurden nach den 1950er Jahren allmählich aufgegeben, als die Eisenbahnen auf Diesel-Traktion umstellten. Einige Bauwerke sind heute noch als Denkmale von Museumsbahnen oder lokale Landmarken vorhanden, aber aktive Säulen sind selten. Ihr Design beeinflusste spätere Wasser- und Brennstoffdepots auf Güterstrecken, und das Konstruktionsprinzip der schwerkraftgestützten Versorgung ist in Eisenbahnbetrieben weltweit verankert.

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