Cab Unit
Englisch: cab unit
Diesel- oder Elektrolokomotive mit vollständiger Aufbauhöhe über die gesamte Länge
Stromlinien-Lokomotive: Dieselok oder E-Lok mit vollflächigem Aufbau
Eine Stromlinien-Lokomotive ist eine Diesel- oder Elektrolokomotive, deren Aufbau über die gesamte Breite des Drehgestells (oder der Drehgestelle) und über die gesamte Länge von der vorderen zur hinteren Kupplung reicht. Im Gegensatz zu Dampflokomotiven oder manchen Diesellokomotiven für Güterzüge, die einen schmalen Kessel oder Rahmen mit seitlich angebauten Komponenten haben, präsentiert die Stromlinien-Lokomotive ein einheitliches, kastenförmiges Profil. Die Führerkabine sitzt an einem Ende, gewöhnlich vorne, und der Motorraum, die Tanks und die elektrischen Systeme belegen den Rest des Aufbaus als integrierte Struktur.
Stromlinien-Lokomotiven entstanden in den 1930er-Jahren für den Streamliner-Personenverkehr, wo aerodynamisches Design und glatte Optik Verkaufsargumente waren. Frühe Beispiele sind die Burlington Zephyr und die Hiawatha, die integrierte Aluminium- oder Stahlaufbauten verwendeten. Diesel-elektrische Stromlinien-Lokomotiven wurden ab den 1940er- und 1950er-Jahren Standard im amerikanischen Personenverkehr. Der Aufbau verbesserte auch den Komfort und die Sichtbarkeit der Mannschaft im Vergleich zu älteren Lokomotivtypen und ermöglichte eine effizientere Raumnutzung für Treibstoff, Wassertanks und Hilfssysteme.
Stromlinien-Lokomotiven kommen im Personen- und Güterzugverkehr vor, werden aber stärker mit Personenzügen verbunden. Eine einzelne Stromlinien-Lokomotive kann je nach Motorgröße und Bauart 2.000 bis 4.500 PS leisten. Manche Eisenbahnen betrieben sie in Mehrfachansteuerung, wobei die Lokomotiven verbunden waren, sodass ein Lokführer mehrere Lokomotiven als einen einzigen Zug steuern konnte. Güterlokomotiven wie die EMD E7 oder Alco PA waren weniger verbreitet, existierten aber für schnelle Warenverkehre. Personenlokomotiven wie die Electro-Motive Division E-Series und die Alco PA waren Kultlokomotiven, von denen zwischen den 1930er- und 1960er-Jahren hunderte gebaut wurden.
Der vollflächige Aufbau schafft sowohl Vorteile als auch Herausforderungen. Die stromlinienförmige Optik verringerte den Luftwiderstand und gefiel den Fahrgästen. Jedoch machte der integrierte Aufbau innere Wartung und den Austausch von Komponenten schwieriger als bei Lokomotiven, auf denen Teile außen angebracht waren. Erlitt der Rahmen oder die Aufbauhülle Beschädigungen, konnte die Reparatur eine umfangreiche Demontage erfordern. Außerdem führte die konzentrierte Gewichtsverteilung und der hohe Schwerpunkt in manchen Designs dazu, dass sie auf Geschwindigkeiten im Personenverkehr begrenzt waren und nicht mit dem rauen Betrieb in Rangierbahnhöfen umgehen konnten.
Der Begriff 'Stromlinien-Lokomotive' unterschied diese Lokomotiven von Universal-Lokomotiven und Rangierlokomotiven, die später entstanden. Ab den 1960er-Jahren wurde das Hauben-Design (mit einer langen, flachen Haube über dem Motor) für Güter- und Universalverkehr dominant, während Stromlinien-Lokomotiven im Personenverkehr blieben. Heute sind nur noch wenige Stromlinien-Lokomotiven im Dienst, obwohl viele von Museumeisenbahnen und Eisenbahnmuseen als Beispiele des Streamliner-Design bewahrt werden.