Kopfzusammenstoß
Englisch: cornfield meet
Ein unbeabsichtigter Frontalzusammenstoß oder beinahe Frontalzusammenstoß zweier Züge.
Cornfield Meet: Frontalzusammenstoß zwischen zwei Zügen, meist tödlich
Ein Cornfield Meet ist ein Frontalzusammenstoß zwischen zwei Zügen, der typischerweise bei hoher Geschwindigkeit auf eingleisigen oder nicht korrekt ausgerichteten Strecken auftritt. Der Begriff wird im Eisenbahnbetrieb mit schwarzem Humor verwendet und stammt aus der ländlichen Umgebung, in der solche Unfälle in Nordamerika häufig vorkamen, wenn Züge unerwartet in offener Landschaft aufeinander trafen statt in der Nähe von Bahnhöfen. Der Aufprall bei kombinierten Geschwindigkeiten von über 100 mph lässt kaum Spielraum für das Überleben oder die Rettung; die Verharmlosung verschleiert die katastrophalen Folgen des Ereignisses.
Diese Zusammenstöße entstehen durch Fehler des Fahrdienstleiters, Signalausfälle, Fehleinschätzung der Zugbesatzung oder Fehlstellung von Weichen. Auf eingleisigen Strecken müssen Züge sorgfältig zeitlich geplant und durch Fahrplan oder Blocksignale voneinander getrennt werden, um Überschneidungen zu verhindern. Wenn ein Zug vor dem geplanten Zeitpunkt abfährt oder wenn ein Signal keine Haltbegriff zeigt, kann ein nachfolgender Zug auf dem gegenüberliegenden Gleis auf Gegenverkehr treffen. Fehler des Fahrdienstleiters bei der Streckenfreigabe oder Verwechslungen bei der Gleisbelegung sind häufige Ursachen in historischen Fällen.
Die Eisenbahnindustrie nutzt mehrere Systeme, um Cornfield Meets zu verhindern: Zentrale Fahrdienstleitung (CTC), die Fahrdientstellen die Gleisbelegung sehen und Signale aus der Ferne steuern lässt; automatische Blocksignale, die den Abstand zwischen Zügen erzwingen; und in neuerer Zeit Positive Train Control (PTC), die GPS und drahtlose Kommunikation nutzt, um Geschwindigkeitsgrenzen durchzusetzen und unbefugte Bewegungen in besetzte Gleise zu verhindern. Trotz dieser Sicherungsmittel bleiben die Folgen schwerwiegend genug, dass der Begriff als deutliche Erinnerung an betriebliche Sorgfalt erhalten bleibt.
Wenn ein Cornfield Meet auftritt, erleiden beide Züge katastrophale Schäden. Die Lokomotivkonstruktion, die die Besatzung bei Seitenaufprall oder Heckaufprall schützen soll, bietet beim Frontalzusammenstoß minimalen Schutz. Entgleisung, Aufeinanderschieben von Wagen (ein Wagen drückt in den anderen) und Brand sind nahezu sicher. Der Begriff gewann besondere Verbreitung im nordamerikanischen Güter- und Personenverkehr während des 20. Jahrhunderts und erscheint in Unfalluntersuchungen und Eisenbahn-Folklore als Kurzhand für einen vermeidbaren Unfall, der auf menschliches oder technisches Versagen zurückgeht.