Welsh Plain
Englisch: Welsh plain
Ein grober Wollstoff, der zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert in Wales hergestellt wurde.
Welsh plain: robustes Wollgewebe aus walisischen Mühlen
Welsh plain war ein Leinwandgewebe aus kardierter Wolle, das ab dem 17. Jahrhundert typischerweise in Wales hergestellt wurde. Der Stoff hatte eine relativ grobe Griffigkeit und mittleres Gewicht und eignet sich für Arbeitsbekleidung, Decken und alltägliche Kleidung statt feiner Anzugsstoffe. Die Produktion konzentrierte sich auf kleine Mühlen und Hauswebereien in den Tälern und Bergregionen, wo Schafhaltung und Wasserkraft reichlich vorhanden waren.
Der Stoff wurde nach einem einfachen Unter-Über-Muster gewebt, wobei Kette und Schuss etwa gleich dick waren. Anders als Wollstoff aus englischen Mühlen behielt Welsh plain viel vom Flor und der Voluminosität der kardierter Fasern, was ihm eine mattere Oberfläche und weicheres Griff gab. Typische Gewichte lagen zwischen 12 und 18 Unzen pro Quadratyard. Die Wolle kam von einheimischen walisischen Bergschafen und ergab Fasern, die grober waren als die langstapeligen Wollen, die für feine Wollstoffe importiert wurden.
Die Farbe war typischerweise ungefärbt grau oder natürliches Braun, obwohl einige Stücke mit Krapp, Waid oder Wau für gebräuchliche Rot-, Blau- und Gelbtöne gefärbt wurden. Der Stoff wurde gewalkt, um das Gewebe zu verdichten und leicht zu flusen, dann einfach gepresst. Im 19. Jahrhundert fügten einige Hersteller Streifen oder Karos hinzu, indem sie gefärbte und ungefärbte Fäden nach einfachen Mustern webten, was den Markt über reine Leinenware hinaus erweiterte.
Rückgang des Handels und Vermächtnis
Welsh plain hatte während der Industriellen Revolution starken Wettbewerb durch mechanisierte Mühlen in England und Schottland. Die Fabrikproduktion ähnlicher Stoffe zu geringeren Kosten und der Aufstieg spezialisierter Wollstoffmühlen drängten viele walisische Hersteller bis 1850 aus dem Markt. Der Stoffname blieb in Handelskatalogen und Bestandslisten von Stoffhändlern bis ins 20. Jahrhundert als generische Bezeichnung für grobe walisisch hergestellte Wollstoffe erhalten, auch wenn die tatsächliche Produktion zurückging.
Der Begriff Welsh plain erscheint heute hauptsächlich in historischen Textildokumenten, Museumssammlungen und archäologischen Analysen von Gewändern aus verschiedenen Epochen. Zeitgenössische Weber beleben manchmal die Gewebestruktur und Faserzusammensetzung als Herkunftsprodukt wieder, aber die ursprünglichen Mühlen und Methoden sind weitgehend ausgestorben. Das Verständnis für diesen Stoff bleibt wichtig für die Datierung historischer Kleidung und die Interpretation von Handelsunterlagen aus wollproduzierenden Regionen.