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Industrieelektronik

Western Union Spleiß

Englisch: Western Union splice

Eine Methode zum festen Verbinden zweier Drahtenden, indem jedes um das andere gewickelt wird.

Western Union Spleiß: verdrehte Drahtverbindung für sichere Leitfähigkeit

Ein Western Union Spleiß verbindet zwei Drahtenden, indem jeder Leiter spiralförmig um den anderen gewickelt wird und so eine mechanisch sichere und elektrisch durchgehende Verbindung entsteht. Der Spleiß wird hergestellt, indem man etwa 5 bis 7,5 cm Isolierung von jedem Draht abstreift, sie etwa im 90-Grad-Winkel kreuzt, dann einen Draht 5 bis 7 vollständige Windungen um den anderen wickelt und anschließend den zweiten Draht zurück um den ersten wickelt. Das Ergebnis ist eine symmetrische X-förmige Verbindung, bei der sich die Leiter durch Reibung und mechanische Kraft ineinander verhaken.

Der Spleiß funktioniert, weil die verdrehte Geometrie mehrere Kontaktstellen zwischen den Leitern schafft, die mechanische Belastung verteilt und verhindert, dass die Drähte unter Spannung oder Vibration auseinanderrutschen. Er ist stärker als ein einfaches nebeneinander gelegtes Wickelwerk und zuverlässiger als ein Slip Knot. Die Kontaktfläche und die Federspannung im verdrehten Kupfer- oder Aluminium draht bewahren die Leitfähigkeit über die Verbindung hinweg, auch nach wiederholtem Biegen oder Wärmedurchlauf. Bei dauerhaften Installationen wird die Verbindung nach dem Verdrehen typischerweise gelötet, um Hohlräume zu füllen und Korrosionsrisiken an den Kontaktflächen auszuschließen.

Der Western Union Spleiß lässt sich schnell von Hand ohne weitere Werkzeuge als Abisoliergeräte ausführen und ist weit verbreitet in der Ausbildung von Elektrikern. Er bleibt häufig in der Versorgungstechnik, Telekommunikation und in der industriellen Steuerungstechnik anzutreffen, wo Feldverpflichtungen schnell und sicher hergestellt werden müssen. Seine Verwendung ist jedoch in vielen modernen Kodexregimen eingeschränkt. Der National Electrical Code (NEC) erkennt ihn nicht als zulassungsfähige Spleiß methode für Stromverteilung in Gebäuden an, und die meisten Versorgungsstandards fordern heute verpreßte Verbinder oder gelötete Terminals. Der Spleiß ist nur in Niederspannungs Steuerschaltungen, auf Signalleituengen oder in Systemen zulässig, wo die Verbindung sichtbar überprüft und mechanisch geschützt werden kann.

Ausfallmechanismen sind Lockerung durch Vibration, Oxidation der Kontaktflächen, falls nicht gelötet, sowie Schwierigkeiten beim Erreichen einer gleichmäßigen Spannung von Hand, besonders mit größeren Leiterquerschnitten. Die Verbindung erzeugt auch einen leicht erhöhten Widerstand gegenüber einem verpreßten oder gelöteten fachgerechten Verbinder, was bei hochstromigen Anwendungen bedeutsam ist. Eine Wärmeentwicklung am Spleiß kann auftreten, wenn die Stromdichte hoch ist oder sich zwischen den verdrehten Flächen ein Korrosionsfilm entwickelt.

Der Name stammt von der Western Union Telegraph Company, die diese Technik zum Spleißen von Telegraphen- und Telefondrähten im späten 19. Jahrhundert standardisiert und dokumentiert hat. Sie blieb jahrzehntelang die bevorzugte Feldmethode und wurde so sehr mit dem Unternehmen identifiziert, daß der Name auch nach dem Rückgang des Verfahrens in der fachgerechten Elektroinstallation bestehen blieb. Der Spleiß wird regional teilweise noch als Lineman's Splice oder Western Union Knot bezeichnet, besonders bei Versorgungstechnikern und in der Wartung von ländlichen Telekommunikationsanlagen.

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