Wellpoint
Englisch: wellpoint
Ein kleines Brunnen bestehend aus einem Rohr, das in den Boden gerammt wird und Wasser von einer Baustelle ableidet.
Wellpoint: ein in den Boden getriebenes Rohr zur Wasserdrainage auf Baustellen
Ein Wellpoint ist ein Rohr mit kleinem Durchmesser, üblicherweise 50 mm oder 75 mm, das senkrecht in den Boden bis in Tiefen von 5 bis 10 Metern getrieben wird. Das untere Ende endet in einem Filterbereich, der Grundwasser eindringen lässt, aber Bodenpartikel abhält. Das Rohr verbindet sich über eine gemeinsame Sammelleitung mit einer Zentrifugalpumpe und bildet so ein temporäres Entwässerungssystem, das den Grundwasserspiegel um eine Baugrube oder ein Fundament herum senkt.
Das Rohr selbst besteht normalerweise aus Stahl oder Aluminium mit einem gehärteten Antriebskopf oder Schuh für Schlagfestigkeit beim Hammereintrieb. Der Filterbereich verwendet Edelstahlgewebe oder ähnliches, und der ringförmige Raum zwischen Rohr und Boden wird mit Sand oder Kies verfüllt, um die Durchlässigkeit zu erhalten. Wellpoints werden in Gruppen installiert, wobei üblicherweise 20 bis 40 Punkte um einen Umfang verteilt werden, um eine gleichmäßige Absenkung zu erreichen.
Wann und wie sie ausfallen
Das häufigste Problem ist die Verstopfung des Filterbereichs durch Schluff- und Feinsandwanderung, was den Durchfluss reduziert und den Pumpendruck erhöht. Dies tritt auf, wenn der umgebende Boden nicht über ausreichend natürliches Filtermaterial verfügt oder wenn die Kiestüttung verschmutzt wird. Das Eintreiben von Rohren in Geröll oder Felstrümmer kann den Schuh beschädigen, bevor die erforderliche Tiefe erreicht wird, wodurch der Wellpoint wirkungslos wird. Die Korrosion von Stahlrohren beschleunigt sich in saurem oder salzhaltigem Grundwasser, besonders wenn die Baustelle das Metall über Monate hinweg freisetzt.
Wellpoints haben eine eigene Stellung in der Bauentwässerung. Sie funktionieren am besten in Sanden und feinen Kiesen, wo Filter offen bleiben und die Zufuhr leicht ist; sie haben Schwierigkeiten in Schluff und Ton. Bei tieferen Aushubgruben (über 10 Meter) oder in schlechten Böden wechseln Unternehmer zu Strahlbrunnen oder tieferen Brunnensystemen. Sumpfgruben und gepumpte Absperrungen bleiben kostengünstiger für sehr flache, geringe Wassermengen, während Spundwandabsperrungen und chemische Verfestigung Probleme lösen, die Wellpoints nicht bewältigen können.
Der Begriff spiegelt die doppelte Natur des Geräts wider: Es ist funktionell ein Brunnen, der Wasser aus dem umgebenden Boden zieht, aber auch buchstäblich eine Spitze, die in den Untergrund eindringt. Installationsteams bezeichnen die Gesamtanlage oft als Wellpoint-System und verstehen, dass isolierte Rohre ohne Pumpe, Sammelleitung und Verteiler wertlos sind.