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Forst und Holz

Windwurf

Englisch: windthrow

Entwurzelung oder Umlegung eines Baumes durch Windkraft.

Windwurf: wenn Wind Bäume an der Wurzel umreißt

Windwurf ist das Entwurzeln oder Umwerfen von stehenden Bäumen durch reine Windkraft. Es tritt auf, wenn Windgeschwindigkeit und Winddauer eine Seitenlast erzeugen, die die Verankerungskraft des Wurzelsystems oder die Biegefestigkeit des Stammes übersteigt. Der Baum bricht entweder am Stamm, oder die Wurzelplatte hebt sich an und dreht sich, wodurch Wurzeln aus dem Boden gerissen werden. Beide Fälle machen das Holz für die meisten kommerziellen Zwecke wirtschaftlich unbrauchbar und schaffen Gefahren in bewirtschafteten Wäldern.

Die Anfälligkeit hängt von Baumart, Baumalter, Bodentyp und Bestandsdichte ab. Flachwurzler wie Fichte und Tanne auf Ton- oder verdichteten Böden sind am stärksten gefährdet. Junge Bäume mit kleineren Wurzeltellern und kürzlich geräumte Bestände mit reduziertem Windschutz fallen leicht bei Stürmen mit Windgeschwindigkeiten über 50 bis 70 Kilometern pro Stunde, je nach Bedingungen. Randbäume auf der Luvseite von Freiflächen oder exponierten Graten erfahren überproportionale Belastungen. Nasser Boden vermindert Reibung und Wurzelhaft, weshalb Herbst- und Winterstürme besonders schädlich sind.

Auswirkungen auf Forstbetrieb

Großflächige Windwurfereise, genannt Flächenwurf oder Großwurf, können in einem einzigen Sturm Tausende Hektar zu Boden werfen. Dies erzeugt unmittelbaren Rettungsdruck: gefallenes Holz muss schnell herausgebracht werden, bevor Fäulnis, Insektenbefall und Pilzbefall den Wert mindern. Das Holz trocknet auch ungleichmäßig und entwickelt Risse und Verformungen. Rettungshiebe in Windwurfgebieten sind teuer, weil Bäume in zufälligen Winkeln liegen, oft verflochten sind, und Bodenbearbeitung durch Entrindung Erosion und Schäden an verbleibenden Beständen verursacht.

Forstleute mindern Windwurf durch Bestandsverwaltung: Erhaltung gemischter Baumarten, Vermeidung abrupter Dichteänderungen, Beibehaltung von Schutzstreifen und Wahl windwurfresistenter Arten für exponierte Standorte. In manchen Regionen ist Windschaden eine häufige Ursache für ungeplante Ernte. Der Begriff stammt aus der deutschen Forstwirtschaft (Windwurf) und bleibt Standard in der europäischen und nordamerikanischen Holzwissenschaft, wo historische Sturmdaten zur Risikomodellierung unter projizierten Klimaszenarien verwendet werden.

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