SpracheEnglishDeutsch
Bergbau und Gewinnung

Witts

Englisch: witts

Zinnerz, das durch Stampfen von Erdreich befreit wurde.

Witts: gemahlenes Zinnerz zur Verhüttung bereit

Witts sind Zinnerzteilchen, die durch mechanisches Zerkleinern, typischerweise in einem Pochwerk, aus umgebendem Gestein und Boden befreit worden sind. Der Begriff bezieht sich speziell auf das Zwischenprodukt nach der ersten Erzaufbereitung, aber vor der endgültigen Verhüttung. Das Erz ist dann fein genug zerkleinert, dass sich das Zinnerzminerał Kassiterit vom tauben Gestein trennt, bleibt aber als feste Konzentration statt als raffiniertes Metall erhalten.

Die Herstellung von Witts beginnt mit der Roherzgewinnung aus flachen Alluviallagerstätten oder offenen Gruben. Das Erz wird in ein Pochwerk geleitet, wo schwere Pochstempel oder Mörser, angetrieben durch Wasserkraft oder später Dampfkraft, das Erz in immer feinere Teilchen zerkleinern. Das gestampfte Material passiert dann Siebe oder Setzkasten, wo Schwerkraft und Wasserwäsche das schwerere Kassiterit von leichteren erdigen Stoffen trennen. Was nach dieser Trennung bleibt, sind Witts: ein Produkt, das in Zinnerz angereichert ist, aber noch immer Gesteinsfragmente und Ton enthält.

Regionale und historische Einordnung

Der Begriff ist deutlich regional geprägt und wurde hauptsächlich in den Aufzeichnungen des Zinnbergbaus in Cornwall sowie in geringerem Umfang in Devon und anderen britischen Zinnbergbaurevieren dokumentiert. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Witts eine standardisierte Zwischenware, die zwischen Bergbaubetreibern und Hütten gehandelt wurde. Das Wort selbst soll aus altenglischen oder kornischen Wurzeln stammen, doch seine genaue Herkunft ist unsicher. Witts konnten im Vergleich zu Roherz relativ leicht gelagert und transportiert werden, und ihr standardisierter Zustand machte Handel und Preisbildung konsistenter.

Ein Zinnminenbetreiber würde sich verpflichten, Witts nach Tonnen an ein Hüttenwerk zu liefern, anstatt Roherz, da dies die Transportkosten reduzierte und es der Hütte ermöglichte, bereits teilweise aufbereitetes Material zu empfangen. Die Qualität von Witts war unterschiedlich, abhängig von der Effizienz des Poch- und Waschprozesses; schlecht aufbereitete Witts konnten 40 bis 50 Prozent Zinnerz enthalten, während gute Witts über 60 Prozent Kassiteritgehalt erreichen konnten.

Der Begriff ist mit dem Rückgang des Zinnbergbaus in Cornwall und dem Übergang zu mechanisierten Mühlen und Flotationskonzentrationsverfahren im 20. Jahrhundert weitgehend außer Gebrauch gekommen. Moderne Mühlen erzeugen ein standardisiertes Konzentrat statt der heterogenen Witts aus früheren Bergbauzeiten. Das Wort lebt jedoch in historischen Bergbauakten, in der geologischen Literatur und bei denjenigen weiter, die mit dem Erbe und dem Wortschatz der Zinngewinnung in Südwestengland vertraut sind.

Mehr aus Mining and extraction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.