SpracheEnglishDeutsch
Drucktechnik

mit Privileg

Englisch: with privilege

Zeigt an, dass ein Buch rechtmäßig veröffentlicht wurde oder Anspruch auf Sonderrechte hat, z.B. durch ein königliches Monopol.

mit Privileg: das rechtliche Zeichen der autorisierten Veröffentlichung

Im Druckwesen ist mit Privileg eine Phrase, die im Kolophon oder auf der Titelseite eines Buches erscheint und signalisiert, dass seine Veröffentlichung offiziell lizenziert und durch Gesetz geschützt wurde. Ab dem 16. Jahrhundert strebten europäische Drucker und Verleger nach exklusiven Rechten zur Vervielfältigung bestimmter Werke, die von Monarchen, Stadträten oder kirchlichen Behörden gewährt wurden. Die Phrase mit Privileg (oder lateinische Varianten wie cum privilegio, par privilege, con privilegio) war die öffentliche Erklärung des Druckers für diesen Schutz.

Das Privileg selbst war ein Monopol: ein rechtliches Dokument, das anderen Druckern untersagte, das lizenzierte Buch für einen festgelegten Zeitraum, typischerweise fünf bis zwanzig Jahre, zu vervielfältigen. Die Gewährung umfasste oft einen einzelnen Titel, die gesammelten Werke eines Autors oder eine ganze Sachkategorie. Venedig, die Niederlande und die italienischen Stadtstaaten erteilten viele der frühesten Privilegien in den 1470er und 1480er Jahren. England formalisierte das System durch die Stationers' Company, die 1557 gegründet wurde und Druckrechte kontrollierte, bis die parlamentarische Gesetzgebung das Urheberrecht 1710 reformierte.

Wie der Schutz funktionierte

Ein Privileg war nur so stark wie die dahinter stehende Autorität. Ein Privileg, das ein Stadtrat in Straßburg erteilte, hatte in Paris keine Geltung; ein königliches Privileg aus Spanien bedeutete nichts in den deutschen Fürstentümern. Verleger suchten daher manchmal mehrere Privilegien über verschiedene Regionen hinweg. Ein Verstoß konnte zur Beschlagnahme von Büchern, zu Geldstrafen oder zur Vernichtung von Druckbeständen führen. Die Durchsetzung war jedoch inkonsistent und hing oft von den Ressourcen des Druckers und seinen politischen Verbindungen ab, um Verstöße zu verfolgen.

Die Phrase mit Privileg diente sowohl als Rechtshinweis als auch als Marketingsignal. Leser verstanden darunter, dass das Buch legitim, offiziell genehmigt und von einem autorisierten Verleger hergestellt wurde. Sie deutete auch auf Handelswert hin: Ein Privileg hatte einen Geldwert, und nur etablierte, wohlhabende Drucker konnten es sich leisten, eines zu erwerben. In einer Zeit vor modernem Urheberrecht war dies der wichtigste Schutzschild eines Druckers gegen unbefugte Vervielfältigung.

Im 18. Jahrhundert verschwand die Phrase aus dem englischen Druckwesen, als das gesetzliche Urheberrecht das Privilegiensystem ersetzte. Kontinentaleuropa behielt die Privilegiensprache in einigen Jurisdiktionen länger. Heute erscheint mit Privileg hauptsächlich in wissenschaftlichen Diskussionen zu frühen gedruckten Büchern und in Faksimiles oder kritischen Editionen früher Werke, wo es als historische Dokumentation des ursprünglichen rechtlichen Status des Textes dient.

Mehr aus Industrial printing

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.