Werkstein
Englisch: work-stone
Eine schräg vor dem Ofen liegende gusseiserne Platte.
Werkstein: die gusseiserne Schutzplatte vor dem Schmiedefeuer
Ein Werkstein ist eine schräg angebrachte Gusseisernplatte an der Vorderkante eines Schmiedefeuers, die herabfallendes Material auffängt und Funken sowie Zunder nach unten und weg vom Arbeitsbereich leitet. Die Platte ist in einem Winkel von etwa 30 bis 45 Grad angebracht und neigt sich zum Feuer hin. Je nach Größe des Schmiedefeuers misst sie zwischen 45 Zentimeter und knapp 1 Meter Breite. Die Platte muss dick genug sein, um wiederholte Wärmeschocks und Schläge von heißem Metall und Werkzeugen zu verkraften.
Der Werkstein erfüllt mehrere praktische Funktionen gleichzeitig. Er schützt den Boden direkt vor dem Feuer vor dem ständigen Regen aus glühendem Zunder und Schlacke, der beim Schmieden herabfällt. Er fängt Metallbruchstücke auf, die aus der Zange rutschen, und verhindert so gefährliches Verstreuen in der Werkstatt. Die Neigung lenkt Hitze und Funken nach unten in einen Sammelbereich oder eine Aschegrube, so dass sie nicht zum Gesicht und zum Oberkörper des Schmieds aufsteigen. Bei manchen Anlagen leitet der Werkstein die erkaltete Schlacke und Asche über einen Kanal oder eine Rinne zu einer Abfuhr-Stelle.
Gusseisen wird wegen seiner Wärmespeicherung und Haltbarkeit unter wiederholten Temperaturwechseln gewählt. Die Oberfläche bildet im Laufe der Zeit eine Ablagerungsschicht aus Zunder und Kohlenstoffrückständen, was ihre Schutzwirkung eigentlich verbessert, da der direkte Kontakt zwischen heißer Arbeit und dem darunter liegenden frischen Metall verringert wird. Die meisten Werksteine sind direkt an den Feuerrahmen geschraubt oder verkeilt, obwohl ältere Anlagen manchmal nur mit Lehm oder Ziegelsteinen verlegt sind.
Schäden am Werkstein entstehen vor allem an der vorderen Kante, wo die Neigung auf das Bodenniveau trifft. Wiederholte Schläge von herabfallenden Werkstücken und Werkzeugen führen zu Absplitterungen und Rissen. Tiefe Risse erfordern schließlich einen Austausch, da sich darin Feuchtigkeit festsetzen kann, die bei starker Hitze zu explosivem Abplatzen führt. Der Werkstein unterscheidet sich von dem Feuer selbst, das ist die zentrale Kammer, in der der Brennstoff brennt; der Werkstein ist rein eine Schutzplatte, die außerhalb dieser Kammer positioniert ist.
Der Begriff erscheint in Schmiedeanleitungen des 19. und 20. Jahrhunderts und wird noch heute in traditionellen und kleinen Schmiedewerkstätten verwendet. Moderne industrielle Schmiedebetriebe nutzen ähnliche Schutzvorrichtungen, integrieren sie aber möglicherweise anders mit geschlossenen Feuerausführungen. Der Werkstein bleibt Standardausrüstung überall dort, wo von Hand geschmiedet wird und offene Feuer noch gebräuchlich sind.