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Metallurgie

Dendrit

Englisch: dendrite

Baumähnliche Kristallstruktur, die beim Erstarren von Material wächst.

Dendriten: die verästelten Kristalle, die entstehen, wenn Metall schnell erkaltet

Eine Dendrite ist eine verästelte Kristallstruktur, die entsteht, wenn geschmolzenes Metall oder eine Legierung erkaltet und erstarrt. Der Name kommt vom griechischen Wort für Baum, und die Ähnlichkeit ist treffend: Die Kristalle wachsen in einem dendritischen Muster mit einem zentralen Stamm und zunehmend feiner werdenden Ästen, ähnlich wie ein kahler Baum im Winter. Diese Geometrie entsteht, weil Atome bevorzugt an den Wachstumskanten des Kristalls anlagern, statt ihn gleichmäßig auszufüllen.

Dendriten sind bei den meisten Gussstücken unvermeidbar; sie entstehen natürlicherweise während der Erstarrung. Die Abkühlungsgeschwindigkeit und der Temperaturgradient in der Form bestimmen ihre Größe und Beschaffenheit. Schnelle Abkühlung in dünnen Bereichen erzeugt feine, kompakte Dendriten mit kleinem Abstand zwischen den Primärarmen, typischerweise gemessen in Mikrometern. Langsame Abkühlung in dicken Bereichen erlaubt den Dendriten, größer zu wachsen, mit Armabständen bis zu Millimetern. Die Erstarrungsgeschwindigkeit, die Überhitzung des geschmolzenen Metalls und die Anwesenheit von Legierungselementen beeinflussen alle die dendritische Morphologie.

Warum Dendriten für Festigkeit und Versagen wichtig sind

Dendritische Struktur ist selten ideal. Die Äste fangen Flüssigmetall zwischen sich ein und erzeugen so Segregation: Legierungselemente konzentrieren sich entlang der dendritischen Pfade und werden in den Zwischenräumen verarmt. Diese chemische Segregation kann Duktilität und Zähigkeit verringern und schafft Korrosionspfade im Betrieb. Die Grenzen zwischen benachbarten Dendriten von unterschiedlichen Keimstellen, Korngrenzen genannt, sind schwache Punkte, an denen Risse unter Belastung oder Ermüdung entstehen.

Metallurgen kontrollieren die dendritische Struktur durch Gussparameter und Wärmebehandlung nach der Erstarrung. Kornverfeinerung fügt Keimstellen hinzu und zwingt viele kleine Dendriten statt weniger großer zu entstehen. Schnelle Abkühlung während der Erstarrung begünstigt feinere Dendriten. Wärmebehandlung nach dem Guss, besonders Homogenisierung bei hoher Temperatur, löst Segregation auf und kann das dendritische Muster teilweise auslöschen.

Dendriten sind unvermeidbar in Sandguss, Kokillenguss und Blöcken. Hochdruckdruck-Kokillenguss und Druckguss erzeugen feinere Dendriten, weil die Formabkühlungsgeschwindigkeit viel höher ist. Beim Strangguss von Stahl spiegelt die Dendritgröße direkt die Stranggeschwindigkeit und die Intensität der Sekundärkühlung wider. Das Verständnis von Dendritgröße und Abstand ist entscheidend, um mechanische Eigenschaften vorherzusagen und Fehlerbildung in Strukturgussstücken und Blöcken zu kontrollieren.

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