tauglich
Englisch: able
Befähigt, alle erforderlichen Pflichten auszuführen; wie ein tauglicher Matrose.
Able: Die Bewertung, die Kompetenz zur Führung bedeutet
Im Seebetrieb ist "able" eine formale Rangbezeichnung, am häufigsten als "able seaman" oder "able-bodied seaman" (AB) anzutreffen. Sie beschreibt einen Seemann, der seine Ausbildung abgeschlossen hat oder gleichwertige Schulungen absolviert hat und die Fähigkeiten besitzt, um Wachdienste, Ladungsumschlag und Schiffswartung ohne direkte Aufsicht durchzuführen. Ein able seaman hat in der Regel zwischen zwei und vier Jahren Seeerfahrung, wobei die genauen Anforderungen je nach Flaggenstaat und Zertifizierungsbehörde unterschiedlich sind.
Der Rang sitzt zwischen Ordinary Seaman (OS) und Petty Officer in der traditionellen Schiffshierarchie. Ein able seaman steht volle Wache, wartet Ausrüstung, bedient Winden und Festmachungsgeräte und übernimmt das Steuer auf Befehl. Bei Frachtschiffe sind ABs für die Ladungssicherung, Überprüfung der Stauplanung und sichere Handhabung schwerer Lasten verantwortlich. Fischereifahrzeuge und Schlepper verlassen sich auf able seamen für Deckoperationen in rauer See.
Zertifizierung und Haftung
Die meisten maritimen Jurisdiktionen verlangen heute eine formale Zertifizierung, um die "able"-Bewertung zu beanspruchen. Das Internationale Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW) setzt Mindestanforderungen für Befähigungen fest, doch einzelne Länder und Flaggenstaaten erlassen ihre eigenen Vorschriften. Ein AB muss ein gültiges Befähigungszeugnis halten und Prüfungen in Brandschutz, Erste Hilfe, Rettungsboot bedienung und Sicherheitsbewusstsein bestehen. Reedereien tragen erhebliche Haftung, wenn Personal ohne ordnungsgemäße Zertifizierung im able-Rang arbeitet.
Der Begriff stammt aus dem 18. Jahrhundert, als Schiffe mit Segeln ihre Besatzungen nach sichtbarer Kompetenz einteilten: able hands konnten spleißen, Segel bergen und zuverlässig steuern, während ordinary hands nur Decks schrubben und ziehen konnten. Diese Unterscheidung blieb im Zeitalter der Dampfschiffe bestehen und existiert noch heute im modernen Seerecht und in Tarifverträgen, obwohl sich die tatsächlichen Aufgaben von Segelhandwerk zu Maschinenbedienung und elektronischen Systemen verschoben haben.
Löhne, Arbeitszeitregelungen und Rentenansprüche für ABs unterscheiden sich deutlich von denen für ordinary seamen und Offiziere. Gewerkschaftsverträge schreiben oft Besatzungsformeln vor: Ein Schiff gegebener Tonnage muss eine Mindestanzahl von able seamen an Bord haben. Dies macht den AB-Rang zu einer Schlüsselvariablen in der Schiffsbetriebsführung und zu einem Streitpunkt bei Arbeitskonflikten und Flaggenwechseln.